Protest gegen Neonazis

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Vor der Friedenseiche protestierten rund 300 Langenhorner gegen einen Neonazitreff. Ansprachen hielten Bezirksamtsleiter Harald Rösler (l.) und Pastor Joachim Tröstler (kl. Foto)Fotos: Biehl

300 Bürger an Langenhorns Friedenseiche

Von Bert C.Biehl
Langenhorn. Die Botschaft war eindeutig: In Langenhorn ist kein Platz für Neonazis. Trotz knapper Vorbereitungszeit und einsetzenden Nieselregens kamen am vergangenen Sonnabend rund 300 Bürger sowie Politiker aller Parteien zur Friedenseiche im historischen Ortskern an der Langenhorner Chaussee. Unweit dieses Platzes hatte die Polizei kürzlich in einer Gaststätte ein Treffen Rechtsradikaler aufgelöst. Deutliche Worte kamen von Bezirksamtsleiter Harald Rösler und von Joachim Tröstler, Pastor für Gemeinwesen-Diakonie der vier evangelischen Gemeinden. Auszüge aus den Statements:

Rösler: Wirte sollen Neonazis draußen lassen
Auch in Langenhorn hat man die Nase voll von diesen ewig Gestrigen, die verlogen die Geschichte biegen und beharrlich dafür streben, unsere Demokratie zu vergiften ... Wer den Neonazis ein gastliches Dach über dem Kopf anbietet, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er weiß, was er da tut. Und wenn dann entgegnet wird, man wisse nicht, welcher Gesinnung bestimmte Gäste sind, dann gilt dieses Argument spätestens nicht mehr, seitdem die Polizei für einen Überblick gesorgt hat. Die Gaststättenbetreiber sollten den Neonazis ab sofort keinen Unterschlupf mehr gewähren. Ich denke, dass ganz Langenhorn das aufmerksam beobachten wird. Wir sollten aber auch dafür sorgen, dass diesem Sumpf der schleichende Zulauf abgeschnitten wird. Hier appelliere ich an alle Eltern, Lehrer und Verantwortliche in Vereinen. Wir müssen aufpassen, dass gerade ganz jungen Leuten, die noch nach Orientierung suchen, die vielleicht auch anfälliger sind für bestimmte dumme Parolen, ausländerfeindliche oder rassistische Einlassungen nicht durchgelassen werden.

Pastor Tröstler: Für weltoffenes Langenhorn
Wir versammeln uns hier, weil Langenhorn nicht der Ort sein darf, wo Rechtsextreme sich treffen um ihre menschenverachtenden Aktionen zu planen und sich gegenseitig mit ihren braunen Parolen zu bestätigen ... Wir wollen und wir werden es nicht dulden, dass sich weiterhin, wie schon so manches Mal an einem ersten Freitag im Monat, die Rechtsradikalen in dieser oder einer anderen Kneipe in Langenhorn treffen ... Wir als Bewohner Hamburgs sind stolz auf die Weltoffenheit dieser Stadt ... Auch nach Langenhorn werden in den nächsten Wochen Menschen kommen, die Schutz und Asyl vor Unrecht, Hunger und Verfolgung suchen. Dazu braucht es Menschenfreundlichkeit und nicht Menschenverachtung ... Rechte Parolen jedenfalls brauchen wir nicht.
Heute auf dieser Kundgebung stehen wir auf für ein weltoffenes Langenhorn. Wer gegen Menschenwürde handelt, handelt gottlos; rechtsextremes Gedankengut ist mit keiner Religion vereinbar. Als Christ möchte ich es so auf den Punkt bringen: Unser Kreuz hat keine Haken!
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