Rotes Kreuz Langenhorn: einzigartig in Hamburg

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Anke Rathig ist seit mehr als 35 Jahren Vorsitzende der letzten DRK-Ortsgemeinschaft Langenhorn/FuhlsbüttelFotos: Nowatzky

150 Jahre DRK. Ortsgemeinschaft besteht seit 1920 und ist in der Organisation die Ausnahme

Von Stefanie Nowatzky
Hamburg. Wenn Bürgermeister Olaf Scholz am kommenden Freitag die Mitarbeiter des Roten Kreuzes zu dessen 150. Geburtstag mit einem Senatsempfang ehrt, wird auch Anke Rathig mit dabei sein. Seit mehr als 35 Jahren steht die Langenhornerin der Ortsgemeinschaft Langenhorn/Fuhlsbüttel des DRK vor – und diese Gemeinschaft kann immerhin auch schon auf ein 94-jähriges Bestehen zurückblicken.

Neue Aufgaben

In diesem knappen Jahrhundert haben sich die Aufgaben der Ortsgemeinschaft deutlich gewandelt. Während sich
die 50 Frauen um Ella Kerner, die 1920 die Gemeinschaft gründeten, vor allem die Armen- und Krankenarbeit als Ziel setzten, steht heute anderes im Fokus: „Heute bekämpfen wir die Einsamkeit“, sagt Anke Rathig. Die 73-jährige ist erst die dritte Vorsitzende in der Geschichte der Ortsgemeinschaft – aber auch die letzte. Nach einer Strukturreform gibt es jetzt eigentlich nur noch Kreisverbände. „Die Sozialarbeit ist heute gebündelt bei der Sozial- und Diakonie-Station, wir sind neben den Kirchen einer der Träger“, erklärt Anke Rathig. Heute sieht sie ihre Aufgabe als soziales Netzwerk vor allem für ältere Menschen. Sie organisiert monatliche Ausflüge und eine gemeinsame Reise. „Dabei lernen sich Menschen kennen, viele Freundschaften und sogar eine Ehe sind so entstanden“, erzählt sie. Immer montags sitzt Rathig in ihrem Büro im Gemeinschaftszentrum Wördenmoorweg. Das hatte der DRK-Kreisverband Hamburg-Nord 2001 direkt neben der Ansgarkirche in Langenhorn gebaut, Anke Rathig hatte den Kontakt zwischen Kirche und DRK vermittelt. Hier finden die vielen Kursangebote statt, die das DRK Hamburg Nord organisiert. Hausleiterin ist Susanne Kiendl, die zusätzlich auch das Haus in Barmbek betreut. Alle Dienste der insgesamt 113 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Kreisverbandes werden aus Barmbek koordiniert, auch der Blutspendedienst alle zwei Monate, zudem die Dementen-Betreuung im Ansgar-Heim direkt nebenan und die Bereitschaft der Sanitätsdienste.

250 Mitglieder

Rund 250 Mitglieder hat die Ortsgemeinschaft Langenhorn/Fuhlsbüttel, etwa 13 Ehrenamtler unterstützen Rathig. Das Haus am Wördenmoorweg ist eine feste Institution im Stadtteil. „Oft kommen am Montag einfach Menschen, die jemanden zum Reden brauchen“, erzählt Rathig. Wenn sie am kommenden Freitag den 150. DRK-Geburtstag mitfeiert, wird sie insgeheim hoffen, dass auch die Ortsgemeinschaft mit ihrer sozialen Aufgabe 2020 mit dem 100. den nächsten runden Geburtstag feiern kann.
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