Steinbrück am Ruder

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Mit Vollgas in den Wahlkampf: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sitzt noch nicht an den Schalthebeln der Macht, aber an denen einer Boeing 747-800 Foto: Biehl

Stippvisite des SPD-Kanzlerkandidaten in der Lufhansa Werft

Fuhlsbüttel. Peer Steinbrück war im Stadtteil. Wenn auch nur am Rande auf dem Gelände einer großen Institution. Der Kanzlerkandidat der SPD besuchte die Lufthansa Technik in Fuhlsbüttel. In einer großen Montagehalle sprach er mit einer Mitarbeiterin und inspizierte schließlich die zwei Etagen eines in der Wartung befindlichen Jumbo-Jets. Auch für kurze Statements blieb Zeit. Für die Probleme von Flughafen-Anrainern, die unter Lärm und Parkplatzdruck stöhnen und immer sorgenvoll auf Erweiterungspläne des Flughafen nahen Gewerbes schauen, fühlte sich der Kanzlerkandidat nicht zuständig. Ob ein citynah gelegener Flughafen wie Fuhlsbüttel deshalb noch zukunftsfähig sei, könne er nicht entscheiden, meinte Peer Steinbrück. Das sei Sache der örtlichen Gremien. Eine neue Zukunft für die Kita-Plätze möchte er aber entscheiden. Sie würden unter seiner Regierung kostenlos sein. Wie soll das finanziert werden? „Schrittweise wollen wir Steuern erhöhen. Die Bildung zu verbessern, ist uns ein sehr wichtiges Anliegen“, antwortete Peer Steinbrück. „Twittern Sie auch?“, wollte eine Kollegin wissen. „Ich twittere für mich allein“, ließ der SPD-Spitzenmann verlauten. „Können Sie dadurch neue Wählerschichten erreichen?“, lautete die Nachfrage. „Wir nutzen natürlich die modernen Kommunikationsmittel“, erläuterte der Kanzlerkandidat, „aber der Straßenwahlkampf spielt eine ganz erhebliche Rolle, viel mehr als früher.“ Erreichen Sie die junge Generation? „Die junge Generation ist genauso an Politik interessiert wie wir früher“, glaubt Per Steinbrück, „aber anders. Es wird nicht so deutlich. Die Neigung, Organisationen beizutreten ist zurückgegangen.“ Sprach´s und verschwand in einer großen schwarzen Limousine. (ch/wb)

Zur Person:
Von 2002 bis 2005 war der in Hamburg aufgewachsene Peer Steinbrück Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, von 2005 bis 2009 Bundesminister der Finanzen und stellvertretender
SPD-Bundesvorsitzender.
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