Teures Pflaster Eppendorf - Wohnen nach Wunsch kostet in Eppendorf und Harvestehude mehr als in anderen Stadtteilen

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Joachim N. und seine Familie hatten Glück. Sie haben eine Wohnung gefunden, die ihren Erwartungen entsprach – auch preislich.
 
Hannelore Holste hat auf ihre persönliche Wunschwohnung einige Jahre gewartet.
Eppendorf/Harvestehude. Das Thema wohnen in Hamburg betrifft jeden – auf ganz unterschiedliche Weise. Doch egal wo man wohnt: Die Bemühungen des Hamburger Senats die Wohnungsnot und den Engpass mit einem gut geschnürten Paket aus verstärktem Wohnungsneubau und Verträgen und Vereinbarungen, die alle Beteiligten mit ins Boot zu holen sind gut zu heißen. Jedem die Wohnung geben zu können, die er sich wünscht und wo er sie sich wünscht, wären wohl hohe und unrealistische Ziele. Und manchmal ist jeder einzelne auch seines eigenen Glückes Schmied. Im Stadtteil Eppendorf zu wohnen, gehört sicherlich zu den angenehmen Dingen hinsichtlich der Lebensqualität. Doch auch in diesem Areal haben die eigenen vier Wände ihren Preis. Zwischen 12 und 15 Euro kann der Quadratmeter hier schon mal kosten. Was denken die Mieter vor Ort über die Wohnungssituation in Hamburg? Eppendorferin Hannelore Holste, ist innerhalb ihres Stadtteils vor zwei Jahren umgezogen. Zuvor hatte sie 23 Jahre an der Hochallee gewohnt. Um sich den Wunsch von genau der Wohnung zu erfüllen, die ihren Ansprüchen genügt, in ihrem Stadtteil liegt und darüber hinaus auch noch bezahlbar ist – dafür hat sie lange suchen müssen. Viereinhalb Jahre nämlich. „Ja, Neubau ist auf jeden Fall eine Lösung um der Wohnungsknappheit entgegen zu wirken“, meint die Eppendorferin. „Natürlich haben wir im Laufe der viereinhalb Jahre durchaus Angebote gehabt, die unseren Vorstellungen bezüglich der Wohnung selbst entsprachen - Bis auf den Preis.“ 15 Euro pro Quadratmeter sind dann auch für ein eher elegantes Viertel an der Schmerzgrenze. Joachim N., Familienvater aus Eppendorf, sieht das ganz ähnlich. Zwar haben er und seine Familie „Glück gehabt“, dass sie ihre Wohnung in Eppendorf relativ schnell fanden, doch ohne dieses Quentchen Glück, das gibt er offen zu, hätte das anders ausgesehen. Die dreiköpfige Familie lebt jetzt seit einem Jahr in Eppendorf und ist glücklich mit ihrer Wohnungssituation. Doch Joachim N. denkt auch andere, die noch kein Glück hatten: „Es sollten noch mehr Wohnungen für Familien gebaut werden. Vor allem sollten sie auch zweckgemäß für Familien gebaut werden. Der Wohnungsschnitt sollte passen – und natürlich auch der Preis. Es darf nicht immer nur Luxus- oder Eigentumswohnungen geben“, so der junge Vater. Singles oder Zwei-Personen-Haushalte scheinen es dagegen weitaus besser zu haben. Manuel R. lebt seit fünf Jahren hier in Eppendorf. Der letzte Umzug liegt allerdings erst sechs Monate zurück, auch innerhalb des Stadtteils. Man wollte sich vergrößern. Probleme, diese neue, größere Wohnung zu finden, hatten sie nicht. Und obwohl Manuel R. zugibt, keine allzu großen Schwierigkeiten damit zu haben, den Eppendorfer Quadratmeterpreis zu zahlen, räumt er ein, dass es woanders günstiger zugeht. „Sicherlich hätten wir in einem anderen Stadtteil für den selben Preis eine noch weit größere Wohnung bekommen können“, so Manuel R. Auch wenn er jetzt gut versorgt und glücklich ist, sieht er ebenfalls ganz deutlich, die Problematik, die auf Hamburg lastet: Es braucht mehr bezahlbaren Wohnraum.(ts)
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