„...und zog voll Freude weiter“

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Pfarrer Dietmar Wellenbrock und Gabriele Krause, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende der ‚Heiligen Familie‘ begrüßen Jantien Looden (l.) als neues Mitglied der katholischen Gemeinde in Langenhorn Foto: Krause

Eine Langenhornerin wurde getauft

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. Beim Thema Kirche scheiden sich die Geister. Nur noch rund 40 Prozent der Hamburger sind Mitglieder einer der großen Kirchen. Kirchenaustritt ist ein schmerzloser Verwaltungsakt. Nur wenige Dokumente und persönliches Erscheinen sind erforderlich. Nach Zahlung der Verwaltungsgebühren von zurzeit 31 Euro ist das Kapitel Kirche abgeschlossen. Es geht aber auch anders: Jantien Looden, in Groningen geborene Langenhornerin mit niederländischem Pass, hat Ostern ganz bewusst ‚ja‘ zum Glauben gesagt und sich taufen lassen. Die Taufe, das ist bei den beiden großen Kirchen die Aufnahme in die Gemeinschaft der Glaubenden. Zu Beginn des Christentums wurden überwiegend Erwachsene getauft, die nach Unterweisung im Glauben darum baten. In der Apostelgeschichte 8,31 bittet der Kämmerer der äthiopischen Königin Kandake, den Philippus, ihm im Glauben zu unterweisen. Erst danach wird er durch Philippus getauft. Später bürgerte sich die Taufe von Kindern ein. Eltern und Paten hatten den Auftrag, das Hineinwachsen in den Glauben zu gewährleisten. Die 1962 geborene Jantien Looden ist ihren eigenen Weg gegangen. Gearbeitet hat die gelernte MTA unter anderem in einem Militärkrankenhaus in Saudi Arabien. Danach war sie viele Jahre als ‚Applikations-Specialist‘ weltweit unterwegs und hat medizinische Großgeräte in Krankenhäusern rund um den Globus eingerichtet. Als sich bei ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit bot, ein ‚stationäres‘ Aufgabengebiet zu übernehmen, wechselte sie von Eindhoven nach Hamburg. Die Hansestadt ist für sie spannend. Die Museen und die HafenCity begeistern sie – an die katastrophalen Zustände der Radwege wird sie sich nie gewöhnen können. Doch ihr Interesse ging tiefer. Obwohl sie von Haus aus keine kirchliche Bindung hat, begannen Fragen um den christlichen Glauben für sie wichtig zu werden. Franziskanische Frömmigkeit, Hildegard von Bingen und besonders katholische Gotteshäuser zogen sie an. Sie beschloss, ihr Wissen um Glauben auf feste Füße zu stellen. So war es konsequent, das Angebot der ‚Katholischen Glaubensinformation Hamburg‘ zu nutzen. Dort bietet der Jesuit Andreas Leblang für Neu- oder Wiedereinsteiger das geistige Rüstzeug an. Ein Jahr dauert so ein ‚Crash-Kurs Glauben‘. Er richtet sich vor allem an Berufstätige und alle, die wenig Zeit haben, aber verstehen wollen, worum es im christlichen Glauben geht. Aus dem ‚Wissen wollen‘ wurde bei Jantien Looden ‚getauft werden wollen‘. Der Kämmerer in der Apostelgeschichte fragte den Philippus „Was steht meiner Taufe noch im Weg?“ Am Ostersonntag war es auch für die Langenhornerin soweit: Sie wurde getauft. Jantien Looden ist damit auf ihrem Weg dort angekommen, wo es im biblischen Bericht über den von Philippus getauften Kämmerer der äthiopischen Königin Kandake heißt: „und zog voll Freude weiter“.

www.katholisch-in-hamburg.de und www.crash-kurs-glauben.de oder z. B. www.alphakurs.de für evangelische Angebote
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