Unmut am Pölitzer Weg

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Anwohnerin Frieda Hacker kann keine weiten Strecken mehr laufen und ist aufs Sammeltaxi angewiesen. Das kann ihr Haus seit der Straßensperrung nicht mehr verlässlich anfahren Foto: fnf

Straße bis April gesperrt. Anwohner müssen Umwege fahren

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. Die Anwohner am Pölitzer Weg müssen sich auf eine Dauersperrung ihrer Straße einstellen. Eigentlich sollte der Pölitzer Weg am 20. Dezember freigegeben werden. Doch nun bleibt er bis April 2014 für jeglichen Verkehr unbefahrbar. Viele Anwohner sind enorm verärgert. Die Oldesloer Innenstadt ist nur über eine Umleitung über Rümpel erreichbar. Dadurch müssen die Anwohner einen kilometerlangen Umweg in Kauf nehmen, was erhebliche Benzinkosten verursacht. Anwohner Ingo Schönnagel: „Das ist alles ein riesengroßer Mist! Ich habe auch ein Auto und die Umleitung ist eine Frechheit. Das ärgert einen schon ziemlich. Zwei Monate war der Pölitzer Weg an der Kreuzung gesperrt und passiert ist nichts.“ Dabei wäre die Straße die meiste Zeit über mindestens auf einer Spur befahrbar, der Sinn der Absperrung an der Kreuzung Pölitzer Weg/Industriestraße ist nur schwer erkennbar. Auch Frieda Hacker, die keine weiten Strecken mehr laufen kann, hat durch die Sperrung Probleme, denn das Sammeltaxi auf das sie angewiesen ist, kommt nur selten zu ihrem Haus durch. „Schon dreimal habe ich mir ein Taxi gerufen, nur einmal ist eines gekommen.“ Angesichts dessen hofften viele Anwohner auf eine stundenweise Öffnung nach Feierabend. Ordnungsamt wie auch die Stadtwerke als Bauherr sehen dafür momentan keine Möglichkeit.
„Wir arbeiten bei einer Vollsperrung schneller und effektiver. Ich verstehe die Anwohner, das Anliegen ist aber praktisch nicht umsetzbar“, befürchtet Jürgen Fahl, Chef der Stadtwerke.
Dass der Pölitzer Weg bis April gesperrt bleibt, liegt daran, dass für die relativ großen Fernwärmerohre immer wieder ein passender Platz gefunden werden muss. In der Erde liegen schon zahlreiche Rohre und Leitungen und diese dürfen nicht durch die erneuten Verlegearbeiten beschädigt werden. Sollte der Winter besonders hart werden, könnte sogar die Zeitspanne bis März nicht ausreichen. Dann droht der Verkehrsinfarkt, glauben manche. Bürgermeister Tassilo von Bary: „Wir haben derzeit eine Genehmigung bis März erteilt. Bis dahin müssen die Straßenarbeiten abgeschlossen sein. Denn dann soll es mit den Bauarbeiten für den neuen Kreisel losgehen und der Sülzberg wird gesperrt.“

Lärmbelästigung


Johanna Gräpel lebt in der Claudius Straße und findet die Straßensperrung nicht so schlimm: „Ich fahre immer mit dem Fahrrad und damit kommt man überall gut durch.“ Etwas schwierig sei es nur, wenn ihre Kinder sie mit dem Auto besuchen wollen. „Aber das lässt sich ja alles nicht ändern. Auch der Lärm ist auszuhalten, die arbeiten ja nur tagsüber und da schläft man ja schließlich nicht.“ Vom Lärm belästigt fühlt sich jedoch Frieda Hacker: „Der Krach ist sehr störend. Die Nachbarn schimpfen alle.“ (fnf)
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