Vorfahrt für Radfahrer

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Bei der Recherche zu dem Thema passierte es: Ein Autofahrer beharrt auf sein - nicht vorhandenes Recht - der Radler gibt nach und weicht auf den Fußweg aus. So sollte es nicht sein. Foto: Florian Büh
Langenhorn. Seit Jahren gibt es wohl schon Streit im Reekamp. Jeden Tag augenscheinlich mehrfach - manchmal sogar ganz gefährlich. Denn Autofahrer pochen oft auf ihr Recht, auch wenn sie es gar nicht haben. Im Zweifel siegt der Stärkere. Die Rede ist vom Aufeinandertreffen zweier ungleicher Gegner, die gar keine sein müssten: Fahrradfahrer gegen Autofahrer. Nun sollen neue Beschriftungen auf der Straße Abhilfe schaffen, doch augenscheinlich müssen manche Autofahrer noch einiges (wieder) lernen: Bereits im Juni 2011 hat die „Straßenverkehrsbehörde des Polizeikommissariates 34 gemäß § 45 StVO aus Gründen der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs für den Reekamp zwischen Eichenknick und Eberhofweg folgendes angeordnet: Im Reekamp ist die Aufmerksamkeit auf den Radverkehr hervorzuheben“, so Polizist Thomas Wieben. Denn im Reekamp, der zum Teil Einbahnstraße ist, dürfen Fahrradfahrer auf der gesamten Länge in beide Richtungen fahren. Autofahrer denken jedoch, dass dies nicht gestattet ist. Damit der Autofahrer aber einem Radfahrer Glauben schenkt, der ihm in einer Einbahnstraße entgegenkommt, entschieden sich die Spezialisten für das Aufmalen von „Piktogrammen und Pfeilmarkierungen“ (siehe Foto).
Doch Abhilfe scheint damit nicht wirklich geschaffen worden zu sein, wie ein Besuch und Beobachtungen im Reekamp zeigen. Denn das eigentliche Problem hat Polizist Wieben schnell erkannt: „Im Reekamp existiert ein sehr hoher Parkdruck. In Fahrtrichtung Norden wird fast durchgängig am rechten Fahrbahnrand geparkt. Der Fahrverkehr weicht daher auf längeren Strecken auf die Gegenfahrbahn aus.“ Dabei werden Fahrradfahrer indirekt - oder von manchem Autofahrer ganz deutlich - gezwungen, auf dem Bürgersteig - der eigentlich nur für Fußgänger ist - auszuweichen. Auf ihr wirklich vorhandenes Recht pochende Radfahrer hatten, wie Wieben es nennt, „auch schon Berührungen mit dem motorisierten Verkehr.“
Dies kann schmerzhaft werden - und Konflikte werden so auch verschärft.
Ob nun die vor kurzem durchgeführten Malerarbeiten auf der Straße wirklich eine gute Problemlösung darstellen, ist noch nicht abzusehen. Fakt ist: Es ist ein Versuch und als solcher gilt die Maßnahme auch für die Verkehrsabteilung. „Es soll der Platzbedarf des Radverkehrs verdeutlicht werden“, erklärt Wieben. Ob in der Straße aber auf längere Sicht wirklich Platz geschaffen werden muss - und wenn ja, wie, das wird die Probezeit vielleicht verdeutlichen. Ein Halteverbot einzurichten, wäre wohl eine Möglichkeit. Aber vielleicht können sich ja Autofahrer und Radler vorher einigen, bevor das jetzige Problem von einem anderen abgelöst werden muss. (büh)
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