Wald wird „runderneuert“

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Die rote Linie zeigt das Areal in Langenhorn, in dem in den nächsten Tagen der Umbau vom Wald zum Park beginnt Foto: FHH/Karte: Bezirksamt

Roden und aufforsten: Drei Millionen Euro für Park und Wege am Ochsenzoll

Von Bert C. Biehl
Langenhorn
Aus der Luft betrachtet sieht er schön grün aus. Doch wer den Ochsenzoller Wald rund um die Klinik und das Neubaugebiet betritt, kann auch als Laie seinen wahren Zustand erkennen. Der Nadelholzbestand rund um die Firma Nordex ist vom Borkenkäfer verheert. Durch Windbruch haben sich vereinzelt Lichtungen gebildet. Auch weiter südlich sind viele Bäume umsturzgefährdet, abgestorben oder bereits entwurzelt. An vielen Stellen breiten sich so genannte Invasivpflanzen aus, standortfremde Sträucher wie die „Spätblühende Traubenkirsche“, die die heimischen Bäume beim Aufwuchs behindert.

Laub- statt Nadelhölzer


Jetzt wird der gesamte Wald „umgebaut“, wie es der Fachbereich Stadtgrün des Bezirksamtes nennt. Dessen Mitarbeiter Mathias Buller und Bernhard Kinkel skizzieren die Dimension: „Das ist die bisher größte Neuerrichtung einer zusammenhängenden Grünfläche im Bezirk Nord.“ Auf insgesamt rund 15 Hektar Fläche entstehen öffentliche Parkanlagen mit Rundwegen durch naturnahen und artenreichen Laubholzwald. Die Arbeiten werden bis ins kommende Jahr hinein dauern. Gesamtkosten: rund drei Millionen Euro. Die Anlage ist im Bebauungsplan Langenhorn 22 aus dem Jahr 2009 vorgesehen und wird nun umgesetzt.

Vollständige Rodung


Für die Langenhorner wird sich das Bild zunächst allerdings etwas anders darstellen. Zunächst muss nämlich ein großer Teil der Fläche vollständig gerodet werden. Nur einzelne standsichere und gesunde Bäume, darunter Eichen und Douglasien, bleiben stehen, außerdem das meiste Grün längs des Neubergerwegs. Der Waldumbau erfolgt in drei Stufen. Von Ende Januar bis Ende Februar kreischen die Kettensägen, nach Schätzungen von Experten fallen rund 1000 Bäume. Danach wird aufgeforstet.
„Wir beginnen zwischen Fibigerstraße und Henny-Schütz-Allee“, so Buller. Diese Bäume müssten schon aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Später solle hier ein naturnaher Wald aus Eichen, Birken und Buchen entstehen.
Allerdings: Bis man dort wieder von einem Wald reden kann, dürften rund 15 Jahre vergehen. So lange dürfte die Fläche eher trostlos anzusehen sein. Deshalb hatte es nach der Vorstellung der Arbeiten im Regionalausschuss auch Anfang Dezember einen öffentlichen Rundgang mit interessierten Bürgern gegeben. Zudem will das Amt in diesen Tagen die Anlieger per Wurfsendung informieren.

Für Fragen steht der Fachbereich Stadtgrün unter 42804-6052 bereit.
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