Wie Adam und Eva im Garten Eden

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HSN-Mitglieder Verena Frei (55) aus Altona, Silke Krug (33) aus Rahlstedt, Horst Marksteller (68) und Ronny Nehring (36) aus Hummelsbüttel beim Bogenschießen. Foto: Lublow

Der Hamburger Sport- und Naturistenclub

Von Sylvana Lublow
Hummelsbüttel. Mitten in Hummelsbüttel liegt das Gelände des Hamburger Sport- und Naturistenclubs (HSN). Zwischen Rehagen und Glashütter Landstraße vermutet kaum jemand diese zehn Hektar große Natur-Enklave. Etwa 70 Wohnwagen stehen hier im Grünen. Autos dürfen das Grundstück nicht befahren. Mittelpunkt ist ein großer Bade-See.
40 Jahre HSN
Das Gelände, eine ehemalige Ziegelei, ist von Außen nicht einsehbar. Umgeben von einem hohen Zaun sind die Vereinsmitglieder hier ganz unter sich. Und das hat einen Grund: Der HSN ist einer von zwei FKK-Vereinen Hamburgs. Vor Kurzem feierte der Club sein 40-jähriges Bestehen. Wer möchte, darf sich hier den ganzen Tag lang unbekleidet bewegen.
Die meisten der derzeit 200 Naturisten sind „Mitglieder mit Stellplatz“ - das bedeutet, sie haben einen Wohnwagen auf dem Gelände und können in den Sommermonaten hier auch übernachten. Es gibt aber auch Tagesmitglieder, die nur die Sportangebote nutzen.
„Der Sport und die Jugendarbeit stehen bei uns im Mittelpunkt“, betont der erste Vorsitzende Günter Roth. Neben Beachvolleyball, Indiaca, Bogenschießen, Boules, Tischtennis oder Kubb gibt es auch eine Nordic-Walking- und eine Wandergruppe.
Viele Mannschaften nehmen regelmäßig an Wettkämpfen teil. Für die 20 Kinder und Jugendlichen werden neben den Sportarten auch Veranstaltungen wie Piraten-
feste, Singabende, Lagerfeuer und Ausfahrten organisiert.
Bei all dem ist Nackt-Sein kein Muss, so Roth: „Beim Sport oder bei kaltem Wetter können die Mitglieder auch angekleidet sein. Jugendliche müssen FKK gar nicht mitmachen.“
Natürlich sollte jeder, der dem HSN beitritt, die Freie Körperkultur auch leben.

„Mit der Kleidung fällt hier auch der Standesdünkel.“
„Gebadet wird nur nackt, bis auf die Pubertierenden. Die dürfen Badekleidung tragen“, so der 50-jährige Halstenbeker, der mit seiner Frau und der neun-jährigen Tochter seit 2007 beim HSN Mitglied ist.
Vom normalen Arbeiter bis zum Akademiker – die FKK-Liebhaber sind ein bunter Haufen, die sich ohne Kleidung jedoch nicht unterscheiden. „Mit der Kleidung fällt hier auch der Standesdünkel“, so Roth. Jeder hat die gleichen Rechte und Pflichten. Sechs Stunden Arbeitseinsatz im Jahr zum Beispiel. Das
große Naturisten-Paradies müsse auch gepflegt werden. Der See werde regelmäßig entkrautet, die Hecken geschnitten und die Gebäude instand gehalten.
„Wir würden uns über neue Mitglieder freuen, vor allem über Familien“, sagt Roth. Für Kinder gibt es auf dem Areal Spielplätze und eine eigene Badestelle mit Sandstrand.
„Statt zwei Wochen Urlaub in Spanien, kann man für das Geld hier ein ganzes Jahr lang Urlaub und Sport machen“, wirbt Roth. Ronny Nehring ist neu im Verein: Ein Freund hatte ihm vom HSN erzählt. „Dann haben meine Frau und ich uns das hier angeschaut. Wir waren erstaunt über das tolle Naherholungsgebiet mitten in der Stadt.“
Der 36-Jährige hat das Bogenschießen für sich entdeckt, Tischtennis spielt er auch. „Wir bekommen bald ein Baby. Da kann man nicht mehr viel verreisen. Hier haben wir Urlaub fünf Minuten von der Haustür entfernt“, freut sich der Hummelsbütteler. (sl)
u Nähere Informationen über den Hamburger Sport- und Naturistenclub gibt es unter www.hsn-ev.de.
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