Wo Fische Treppen steigen

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Senatorin Jutta Blankau vor den Stufen der Fischtreppe Foto: Krause

Alsterschleuse termingerecht und im Budget fertiggestellt

Von Franz-Josef Krause
Fuhlsbüttel. Jutta Blankau, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, hatte Grund zum Strahlen, ebenso wie Diplomingenieurin Doris Föllmer, Projektleitung Planung und Entwurf Gewässer im Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer. Denn die Fuhlsbüttler Alsterschleuse, die nun auch optisch keine Schleuse mehr, sondern ein Wehr ist, wurde bei strahlendem Sonnenschein offiziell der Öffentlichkeit übergeben.
Was Blankau und Hans-Jochen Hinz, dem Geschäftsführer der Landesbetriebe, ganz wichtig war, nicht nur termingerecht, sondern das ursprünglich veranschlagte Baukosten-Budget von 10,2 Millionen Euro wurde unterschritten. In Fuhlsbüttel stand an dieser Stelle seit Jahrhunderten eine Schleuse, die der Rat der Hansestadt Hamburg 1284 mitsamt Wassermühle kaufte. Immer wieder saniert, erfolgte der letzte Neubau 1912 / 14. Ein ganz erheblicher Umbau wurde 1934/35 vorgenommen. Der Zahn der Zeit nagte so heftig an dem Bauwerk, dass ein Neubau unumgänglich wurde. Auf die Schleusenkammer konnte dabei verzichtet werden, da der stromaufwärts gelegene Teil der Alster inzwischen offiziell ‚nicht schiffbar‘ ist. Besonders für Fische und andere Wasserlebewesen bringt das neue Bauwerk ungehinderten Zugang zum oberen Alsterlauf. Denn am westlichen Uferrand – also dort, wo das kleine Wasserkraftwerk steht – ist eine Mäander-Fischtreppe nach neusten Erkenntnissen entstanden.

Dieser Fischpass an der neuen Alsterschleuse in Fuhlsbüttel besteht aus 20 ineinander „verzahnten“ Fertigteilbecken von je zirka zwei Metern Durchmesser. Er überwindet auf einer Länge von rund 20,50 Metern eine Wasserspiegeldifferenz von rund vier Metern. In den jeweiligen ‚Zonen‘ dieser Treppe ermöglichen Strömungsdifferenzen von 0,2 bis 1,0 Kubikzentimeter je Sekunde sowohl den ‚flotten Käfern‘ wie auch gemächlicheren Wasserbewohnern den Wechsel in die obere Alster.
Der kleine Betreiber des einzigen Wasserkraftwerks der Stadt, die UWW Windstrom Wedel, hat sich mit 25.000 Euro an den Kosten der Fischtreppe beteiligt und wird auch das Monitoring vornehmen. Für Doris Föllmer ist der unter Mitwirkung des Denkmalschutzes entstandene Neubau nicht die erste Baustelle am Wasser. Die 48-jährige Diplom Ingenieurin hat zuvor schon die Uferwände am Leinpfad, am Eilbek- und am Isebekkanal geplant und ausgeschrieben. In Fuhlsbüttel war es die Firma Liebe & Neumann, die den Plan der Ingenieurin umsetzte.
Wenn die letzten Uferarbeiten abgeschlossen sind, dann haben die Fuhlsbüttler auf den terrassenartig angelegten Stufen an der Schleuse, die nun ein Wehr ist, einen attraktiven neuen Platz zum Rasten und Träumen. Denn der Neubau ist mindestens so schön, wie es der alte Bau war und bietet erstmalig Platz für Besucher. (fjk)
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