Medien leihen zu (fast) jeder Zeit

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Den freien Zugang per Lesekarte demonstriert Brigitte Kukies von der Stadtteilbücherei Glashütte Foto: blu
Norderstedt: Mittelstraße |

Norderstedter Pilotprojekt „Offene Bücherei“ in Glashütte

Norderstedt Sind die vier Stadtteilbüchereien bislang nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, ist die Filiale am Glashütter Markt ab sofort von Montag bis Sonnabend zwischen 8 und 18 Uhr zugänglich – sogar an den bisherigen Schließungstagen. Möglich macht dieses ein bundesweites Pilotprojekt, denn wie die Bücherhalle Hamburg-Finkenwerder testet die Stadtbücherei Norderstedt in Glashütte das Prinzip der „Offenen Bücherei“. Damit sich die Tür nahezu jederzeit öffnet, um Bücher, Spiele, DVDs und CDs auszuleihen, zurückzugeben oder im Internet zu surfen, muss der Nutzer über 18 Jahre alt sein und über eine freigeschaltete Büchereikarte verfügen, die am Eingang über ein Lesegerät gescannt wird.

Öffnungszeiten ohne Personal

Seit November 2016 wurde zunächst mit Öffnungszeiten ohne Personal vor dessen Dienstbeginn und in der Mittagspause geprobt. „Das Angebot kam gut an und wir haben in kürzester Zeit 125 Lesekarten freigeschaltet“, so Mitarbeiterin Brigitte Kukies. Einzig die Technik spielte manchmal nicht mit. „An einem Sonntagmorgen erhielt ich einen Anruf von der Polizei, weil die Tür sperrangelweit offen stand, mal ließ sie sich trotz gültiger Karte gar nicht öffnen.“ Nicht verwunderlich bei einem Pilotversuch.


Weitere „Offene Büchereien“ geplant

„Personal vollständig abzuschaffen ist weder Ziel der Stadtbücherei noch Wunsch der Büchereibenutzer“, betont der Leiter Ingo Tschepe. Daher ist nach wie vor ein kompetenter Ansprechpartner montags, mittwochs und freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr vor Ort. Das Modell der „Offenen Bücherei“ sei eine Balance zwischen Vertrauen und Kontrolle, so Tschepe. Während der personallosen Zeiten gibt es konform des Datenschutzrechtes eine Überwachung per Videokameras, um das Hausrecht ausüben zu können. Die Daten werden nach sieben Tagen gelöscht. Wer sich nach 18 Uhr in den Räumen aufhält, trägt die Kosten für den automatisch alarmierten Wachdienst. „Das sei allerdings noch nie der Fall gewesen“, betont Brigitte Kukies. Langfristig werden die Öffnungszeiten bis 20 Uhr sowie sonntags ausgeweitet. Im kommenden Jahr soll auch die Bücherei Friedrichsgabe zur „Offenen Bücherei“ werden, ebenso das neue Bildungshaus in Garstedt. (blu)
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