Anlaufpunkt für Obdachlose in Hamburg

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Maren Siewert, die Leiterin des Jakob Junker Hauses (r.), schnitt gemeinsam mit Sozialsenatorin Melanie Leonhard die Jubiläumstorte an Foto: Hanke
Hamburg: Borsteler Chaussee 23 |

Männerheim: Jakob-Junker-Haus feiert 40-jähriges Bestehen

Groß Borstel 40 Jahre Jakob-Junker-Haus: Bei strahlendem Sonnenschein feierte die Heilsarmee das 40-jährige Bestehen ihrer Unterkunft für obdachlose Männer an der Borsteler Chaussee. Schon seit 1904 betreibt die Heilsarmee hier ein „Männerheim“. Doch das heutige Jakob-Junker-Haus wurde erst 1977 eingeweiht. Sozialsenatorin Melanie Leonhard und den Chefsekretär der Heilsarmee für Deutschland, Polen und Litauen, Oberstleutnant Hervé Cachelin, konnte Maren Siewert, die Leiterin des Jakob-Junker-Hauses, als Ehrengäste begrüßen. Melanie Leonhard lobte das Jakob-Junker-Haus als eine „Gemeinschaftseinrichtung immer dicht am Menschen, unabhängig von der aktuellen Entwicklung“ und erinnerte daran, dass die Gründung 1977 mit einem Wandel in der Behandlung Obdachloser einherging: „Wir haben uns damals ideologisch neu auf den Weg gemacht.“ Die Sozialsenatorin hob auch hervor, dass das Jakob-Junker-Haus sich stetig weiterentwickelt habe und fasste zusammen: „Das Jakob-Junker-Haus ist ein Spiegel in der Geschichte der Wohnungslosigkeit.“ Anschließend schnitt die Senatorin gemeinsam mit Maren Siewert die Jubiläumstorte an. Außerdem wurde ein alter Gedenkstein vor dem Haus enthüllt, der an Namensgeber Jakob Junker (1849 - 1901) erinnert, einen Kaufmann und Bergwerksdirektor, der der Heilsarmee das Grundstück an der Borsteler Chaussee 23 mit damals zwei Gebäuden schenkte.

Angebot wächst


Im Jakob-Junker-Haus werden Männer ab 21 Jahren aus Hamburg aufgenommen, die wohnungslos sind, sich in sozialen Schwierigkeiten befinden oder ihre Lebenslage nicht bewältigen können. Psychisch Erkrankte in diesen Lebenssituationen werden nicht abgewiesen. Mehrbettzimmer wurden im Laufe der Jahre in Einzelzimmer mit Nasszellen umgebaut. Ab 1985 konnten in einer Lagerhalle auf dem Gelände ein Möbellager und eine Werkstatt für Tischler und Polsterer eingerichtet werden. Seit 1992/93 beteiligt sich das Jakob-Junker-Haus am Winternotprogramm für Obdachlose. Sechs Container wurden aufgestellt. 2011 wurde im ehemaligen Heimleiterhaus Raum für eine fünfköpfige Wohngruppe von psychisch Erkrankten geschaffen, die sich hier auf das Zusammenleben in einer „richtigen“ Wohnung vorbereiten können. Seit 2013 bietet der Borsteler Tisch im „Café Begegnung“ auf dem Gelände Menschen mit wenig Einkommen einmal in der Woche eine preiswerte Mahlzeit an. Im vergangenen Jahr wurden zwölf Container für weitere Obdachlose und vier Container für obdachlose Transgender-Frauen aufgestellt. 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen im Jakob-Junker-Haus bis zu 76 obdachlose Männer. (ch)
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