Das Schimmelhaus in Eilbek

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Das Haus am Roßberg: Nichts deutet von der Straße aus gesehen auf die Zustände im Inneren hin Foto: kg
Hamburg: Roßberg 33 |

Ungeziefer macht Mietern im Mehrfamilienhaus Roßberg 33 bis 35 zu schaffen



Eilbek Das Haus Roßberg 33 bis 35 in Eilbek ist ein Objekt, das Mietern sogar bevorzugt angeboten wird. Der Grund dafür lässt sich von außen kaum erahnen, denn der viergeschossige Block ist frisch in Gelb und Rot gestrichen, wirkt in Ordnung. Wer allerdings genauer hinsieht erkennt schon durch die Fenster, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann. Einige der Rahmen sind brüchig und mit Plastikfolien verklebt, bei einer anderen Wohnung scheint keines der Fenster überhaupt zu schließen. An der Haustür dann folgendes Bild: Abgerissene Klingelknöpfe, Abfall türmt sich in den engen Müllbehältern, Sperrmüll liegt auf dem Hof herum.

Haustür ohne Türgriff


Die Haustür lässt sich nicht schließen, einen Türgriff gibt es nicht. „Jeder hat hier ungehinderten Zugang“, sagt Mieter Marco M. Die Flure scheinen seit Jahren nicht gereinigt worden zu sein. Die kleinen Wohnungen, die teilweise an ganze Familien vermietet werden, sind stark sanierungsbedürftig, viele sollen verschimmelt sein und dennoch „halten hier alle den Mund“, behauptet Marco. Der 52-Jährige ist arbeitslos, war zwei Wochen lang obdachlos, als er von München nach Hamburg zog. Die Chance auf einen Wohnungswechsel sieht er nicht.

Wanzen, Flöhe, verstopfte Abflüsse


Bei Wohnungsbauunternehmen angefragt, erhielt er stets die Antwort, er sei kein Dringlichkeitsfall, weil er ja nicht auf der Straße sitze. Doch die Bruchbude, die Marco bewohnt ist unzumutbar. „Hier gesund zu bleiben ist schwer“, meint der Italiener. „Den Schrank musste ich rausreißen, der war voller Wanzen und ich lebe mit Flohstichen, das ist hier Normalität“. Marco versucht mit Desinfektionsmitteln und Klebebändern die Tiere fern zu halten. Er kann nicht kochen, weil über der winzigen Kochnische, in der es oft kein Wasser gibt und die Abflüsse verstopft sein sollen, ein Loch in der Decke klafft, aus dem der Putz rieselt. Deshalb hat er sich in der 21 Quadratmeter großen Wohnung, für die er über 440 Euro Miete zahlen muss, eine kleine Herdplatte aufgestellt.

Vermieter schweigt


Vermietet wurde Marco M. die Wohnung mit 40 Quadratmetern. Auf Anfrage bestätigt das Bezirksamt, dass in den vergangenen Jahren Mieter sich wiederholt wegen Ungeziefers und Mängel in den Wohnungen beschwert hätten. In allen Fällen habe man aber auf die Hausverwaltung verwiesen, die hier zuständig sei. Der Vermieter war für eine Stellungnahme allerdings nicht erreichbar. (kg)
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