Seit 30 Jahren: Quickborns soziale Ader

Wann? 02.09.2017

Wo? Rathausplatz , Rathauspl., 24558 Henstedt-Ulzburg DE
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Zu Weihnachten beschenkt das Kinderhilfswerk immer bedürftige Kinder, die sonst keine Geschenke bekommen würden Foto: Fuchs
Henstedt-Ulzburg: Rathausplatz |

Kinderhilfswerk sammelte und verteilte seit 1987 gut 800.000 Euro an bedürftige Kinder. Großes Kinderfest am 2. September

Quickborn Es ist die soziale Ader und der wohltätigste Verein Quickborn. In 30 Jahren hat das Quickborner Kinderhilfswerk gut 800.000 Euro an Spenden eingesammelt und diese an bedürftige Kinder ausgeschüttet. Für Nachhilfe, Suchthilfe und Opferberatung. „In Schleswig-Holstein dürfte diese Arbeit einmalig sein“, sagt Vorsitzender Richard Janssen, der den Hilfeverein mit dem damaligen Bürgermeister Gert Willner und der Bundesliga-Ikone Felix Magath gegründet hat, der lange in Quickborn lebte und heute noch dem Verein angehört. Das 30-jährige Bestehen soll am Sonnabend, 2. September, mit einem großen Kinderfest auf dem Rathausmarkt gefeiert werden. Die Kinder erwartet dort von 14 bis 18 Uhr ein Unterhaltungsprogramm mit Clown Mücke, Trommelzauber, Märchenreise, Hochseilakrobatik und jede Menge Spielen, kündigt Vorsitzender Janssen an. „Dieser Tag wird ganz und gar den Kindern gewidmet sein.“

Kinder darf man nicht allein lassen

Quickborn sei eine wohlhabende Stadt, deren Bevölkerung eine der höchsten Kaufkraft-Anteile in der Region hat, sagt Janssen. „Armut wird hier oft übersehen.“ Er sehe Menschen, die Papierkörbe nach Essbarem durchwühlen. Es gebe Familien mit Suchtproblemen. „Da müssen wir eingreifen. Diese Kinder darf man nicht allein lassen.“So bekam der Wendepunkt, jene Hilfsorganisation bei sexuellem Missbrauch an Kindern, die eine Beratungsstelle in Quickborn unterhält, in all den Jahren rund 300.000 Euro an Unterstützung.

Weihnachtsfeier für 50 Kinder

Etwa 200.000 Euro habe die ATS-Suchtberatung der Diakonie erhalten, die in Quickborn und Norderstedt vor allem Prävention in Kindergärten und Schulen betreibt. Einen steigenden Anteil der Hilfe mache dabei die Mediensucht aus, die ganze Familien treffe, sagt Janssen. Mit 6000 Euro werden jährlich 50 Kinder, deren Familien es sich sonst nicht leisten könnten, mit Nachhilfe unterstützt. „Der Bedarf wächst. Das System der Bildungsgutscheine funktioniert nicht. Darum haben wir diesen Betrag um 2000 Euro jährlich aufgestockt.“ Darüber hinaus helfe sein Verein bei vielen Notfällen, wo der Ernährer plötzlich gestorben, eine Klassenfahrt nicht bezahlt werden kann, ein letzter Wunsch vor dem Tod erfüllt werden soll. „Wir helfen immer unbürokratisch“, sagt Janssen. „Ich sage immer: Wir kriegen das hin.“ Bislang habe dies stets geklappt. Mitte Dezember richtet der Verein wieder eine Weihnachtsfeier für 50 Kinder aus, die dann ihr einziges Geschenk in diesem Jahr bekommen. (bf)
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