Theaterstück zum Jubiläum

Anzeige
Pastor Helge Martens sitzt hier nicht nur im Mittelpunkt – er führte auch bei allen Stücken Regie Foto: Delf D. Danckwerts/Repro: Krause

Das Ansgar-Theater interpretiert nach 25 Jahren sein erstes Stück neu

Langenhorn „Und dann gab‘s keines mehr“. Dieser 1939 in England verlegte Kriminalroman – dort noch mit dem Titel „Ten Little Niggers“ – erschien schon ein Jahr später in den USA mit dem neutralen Titel „And Then There Were None“. Über 100 Millionen Exemplare des Buchs konnte Agatha Christie weltweit verkaufen; sie selbst richtete den Roman als Bühnenstück ein. Bei einem Freizeittreff der Ex-Konfirmanden der Ansgar-Gemeinde um Pastor Helge Martens entwickelte sich vor 25 Jahren der Gedanke, dieses Theaterstück zu inszenieren. Zum Jubiläum präsentiert das Ansgar-Theater nun erneut das Erfolgsstück von Agatha Christie. Allerdings mit dem nun allgemein üblichen „Und dann gab‘s keines mehr“ Titel. Das Stück kommt fast wörtlich schwarz/ weiß auf die entsprechend dekorierte Bühne. Das ist nicht nur eine Reminiszenz an die Entstehungszeit des Werks, sondern auch an dessen Inhalt. Denn die Zuordnung von nur „gut“ oder nur „böse“ zeigt hier deutliche Risse. „Der Krimi stellt die schwierige Frage nach der Gerechtigkeit und die Grenzen ihrer Durchsetzung. Der Versuch einer absoluten Gerechtigkeit ist tödlich“, fasst Pastor Helge Martens seine Quintessens zusammen. Von den Konfirmanden der ersten Stunde ist im Ensemble noch die Hälfte heute mit dabei, Nachwuchs wird aktuell also nicht gesucht. „Wir sind ein kleiner, erfolgreicher Familienbetrieb, denn während wir auf der Bühne stehen, sind andere Familienmitglieder mit vielen Aufgaben in unser Hobby mit eingebunden“, so es Astrid Briel. Professionellen Schauspielunterricht hat lediglich sie einmal getestet. Alle anderen gingen beim Pastor „in die Schule“. Aus den Konfirmanden von damals sind Erzieherinnen, Ingenieure, Architekten oder Bankkaufleute geworden. Schauspieler wurde keiner. Ein Grenzfall könnte Thomas Kegat, Ensemblemitglied von Beginn an, sein. Denn als politischer Akteur im Bezirk ist für ihn die Kunst der Darstellung nicht unwichtig. Wichtig für alle Mitwirkende ist die Freude am gemeinsamen Spiel. Wenn die ins Publikum überspringt, dann ist dass der schönste Lohn für die unzähligen Probenstunden die Notwendig waren, bevor es am Wördenmoorweg „Vorhang auf“ heißen kann.
Auf das Kriminalstück folgten 14 Folgeproduktionen, deren Spektrum sich von Astrid Lindgren, Woody Allen, Friedrich Dürrenmatt, Maxim Gorky bis zu Lukas Bärfuss und dessen „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ erstreckte. Besonderer Höhepunkt war „Kreuzfahrt in den Sonnenuntergang des Lebens“, ein vom Ansgar-Theater selbst geschriebenes Kriminalstück, das sich bei seiner dritten Aufführung fast 200 Menschen ansahen. Pastor Helge Martens führte bei allen Stücken Regie. Denn der Beifall ist die größte Belohnung. (fjk)

Karten: Katja Leiding, Plakat und Karten: Kolja Briel, Sonntag, 21. Februar, um
16 Uhr, Freitag, 26. Februar, um 19 Uhr und Sonnabend, 27. Februar, um 19 Uhr.
Gemeindehaus Wördenmoorweg 22, Eintritt € 7,00
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige