Apfel-Rätsel gelöst

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Sabrina Bareq Shafiie (l.) und Alina Schlembach fanden mit dem Binokular Hinweise auf Algen auf den Äpfeln Foto: bcb

Heidberg-Gymnasiastinnen klärten Schmutz-Frage mit Hi-Tech-Gerät

Von Bert C. Biehl
Langenhorn
Wenn Wochenblatt-Leserin Evelyn A. früher auf den alten Apfelbaum in ihrem Garten schaute, freute sie sich stets auf die Ernte und die schmackhaften Früchte. Kürzlich war sie nicht mehr so gelassen: „Meine Kinder haben die Äpfel noch direkt vom Baum gegessen. Heute sind die Äpfel überzogen von einem schwarzen, öligen Film. Den kann man nur durch scharfes Bürsten, am besten mit einem Reinigungsschwamm, entfernen“, bedauerte Evelyn A.Weil ihr Haus direkt in der Langenhorner Einflugschneise steht, lag für die Seniorin der Verdacht nahe, der Schmutz könne etwas mit Flugzeugtreib- oder Schmierstoffen zu tun haben. Was nun?
Das Wochenblatt stellte den Kontakt zum Gymnasium Heidberg her. Dort existiert seit gut zehn Jahren ein Chemie-Schülerlabor, in dem junge Enthusiasten forschen und experimentieren können. Gegründet wurde es von Fachlehrer Holger Brüning, der auch heute noch – freiwillig, weil seit zwei Jahren pensioniert – am Heidberg wirkt. Durch seine exzellenten Kontakte zu weltweit führenden Herstellern von Analysegeräten hatte Brüning in der Vergangenheit immer wieder ausgemustertes Hi-Tech-Equipment, das für die Schule ansonsten unbezahlbar wäre, kostenlos bekommen – einschließlich Einweisung und Support. Nicht zuletzt deshalb konnten Heidberg-Schüler immer wieder preisgekrönte Jugend-Forscht-Projekte umsetzen. Das Gymnasium Heidberg sei Deutschlands einzige Schule mit Infrarot-Spektroskopie, sagt Laborleiter Brüning nicht ganz ohne Stolz. Was die Geräte leisten, erinnert ein wenig an TV-Serien wie „CSI“, in denen Kriminallabors mithilfe solcher Hi-Tech in Minutenschnelle verdächtige Substanzen analysieren.

Substanz analysiert


Das ist auch Sabrina Bareq Shafiie und Alina Schlembach gelungen. Die Heidberg-Schülerinnen, die demnächst ihr Abitur machen wollen, gehören zum Betreuer-Team des Schülerlabors und unterstützen „Neulinge“ bei der Bedienung der Geräte. Das Apfel-Rätsel konnten sie schnell lösen. Sie schabten etwas vom Oberflächenbelag der Äpfel ab. Ein Teil landete unter dem Binokular, ein anderer wurde mit infrarotem Licht bestrahlt. „Das regt Atome zum Schwingen an“, berichteten die 17-Jährigen. Das dadurch erzeugte Spektrum werde im Computer mithilfe von Vergleichsdaten aus einer Bibliothek identifiziert. Das Ergebnis: Kerosin oder Öle wurde nicht gefunden, wohl aber normaler Umweltstaub und Algen. Die fühlen sich bei Feuchte schmierig an. Entwarnung also bei Evelyn A.: „Dann kann ich die Äpfel ja nach der kommenden Ernte wieder genießen.“ Sie will sich jetzt mit einer kleinen Spende beim Forschungsteam bedanken.
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