Arbeiten im Strandkorb

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Jonas Dieckmann (21, l.) und Till Osthoff (19) machen eine Ausbildung bei Philips Foto: mdt

Neue Philips-Zentrale eröffnet. Modernes Bürokonzept für mehr Kommunikation

Von Marco Dittmer
Fuhlsbüttel Zwei Strandkörbe mit bester Aussicht auf den Hamburger Flughafen, eine Dachterrasse mit bequemen Sesseln und ruhige Sitzecken zwischen Birkenstämmen: Was sich anhört wie ein Wellness-Tempel mitten in Hamburg, ist die neue Deutschland-Zentrale von Philips.

In dem 40 Millionen Euro teuren Neubau an der Röntgenstraße schlägt der holländische Elektrokonzern neue Wege ein und setzt sie radikal um. Büros, Namensschilder und in Arbeitsboxen geteilte Großraumbüros sucht man hier vergebens. Die 1.000 Mitarbeiter im Verwaltungsgebäude mussten sogar ihren eigenen Schreibtisch räumen. „Jeder arbeitet dort, wo er gerade gebraucht wird“, sag Deutschland-Chef Peter Vullinghs. Dafür haben die Angestellten einen Laptop, den sie an jedem Arbeitsplatz im Haus an das Firmen-Netzwerk anschließen können. Das kann auf den „Touchdown-Areas“ sein, große Räume, in denen zu jedem Tisch genau eine Lampe und ein Stuhl gehört. Oder in „Neighbourhoods“, Bereiche, in denen mehrere Abteilungen Projekte entwickeln. Türen gibt es meist nur in den „Focus-Räumen“. Hier können Mitarbeiter auch mal die Tür hinter sich zu ziehen.
Till Osthoff und Jonas Dieckmann sind vor zwei Wochen in die neue Firmenzentrale am Flughafen gezogen. Das neue Raumkonzept hat den Arbeitsalltag der beiden Auszubildenden zunächst völlig auf den Kopf gestellt. Das fing schon bei der Gebäudeaufteilung an: „Auf welcher Touch-Down-Fläche war noch mal das Brainstorming?“, „Wie erreiche ich meinen Chef, wenn er kein eigenes Büro hat?“ und „Wer gehört eigentlich zu meiner Neighbourhood?“ Fragen, auf die es oft nicht gleich eine Antwort gab. Die beiden angehenden Wirtschaftsinformatiker sind von ihren Arbeitsplätzen jedenfalls beeindruckt. „Wir haben uns in den vergangenen 14 Tagen mit mehr Kollegen unterhalten als in der alten Zentrale“, sagt Jonas Dieckmann. Der Leitgedanke hinter dem neuen, offenen Konzept ist, dass Ideen nur durch Kommunikation entstehen. Und je mehr Schnittflächen Mitarbeiter haben, desto höher ist die Kommunikation.
Auf die rund 3.200 Mitarbeiter in Hamburg kommen aber noch weitere Veränderungen zu, denn der Konzern wird neustrukturiert. So soll die Lichtsparte bis Februar ausgegliedert werden. Hintergrund ist der schrumpfende Markt für konventionelle Beleuchtung. Investieren will der Konzern hingegen in die Medizintechnik. In Hamburg arbeiten in diesem Bereich 1.300 Mitarbeiter.
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