Ausgezeichnete Autorin

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Die niederdeutsche Autorin Christa Heise-Batt ist stolz auf die Auszeichnung durch die Stadt Hamburg Foto: bcb

30 Jahre im Ehrenamt. Hamburger Medaille für Norderstedterin

Von Bert C. Biehl
Norderstedt
„Ich war total überrascht.“ Noch Tage nach dem Ereignis ist Christa Heise-Batt die große Freude anzumerken. Der Hamburger Senat hat der Norderstedter Schriftstellerin jetzt die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes verliehen. Der Grund: Die 78-Jährige engagiert sich seit über 30 Jahren im Förderverein des literarischen Kabaretts „Die Wendeltreppe“, ist seit 27 Jahren dessen 2. Vorsitzende. Gemeinsam mit Heise-Batt wurde auch die 1. Vorsitzende Marion Muschter für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Kulturarbeit ausgezeichnet.
Die 1946 gegründete Kleinkunst-Bühne „Wendeltreppe“ ist aus der Hamburger Kulturszene nicht wegzudenken. Viele, die später große Hallen füllten, haben hier ihre Karriere begonnen, ob die Kabarettisten Heinz Erhardt und Hans Scheibner, der Pianist Joja Wendt oder der Satiriker Gabriel Laub. Die Wendeltreppe gastiert zweimal monatlich im Restaurant „Parlament“ im Keller des Hamburger Rathauses. 1996 erhielt sie einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde als ältestes literarisches Kabarett in Deutschland.
Die Überraschung war gelungen: Heise-Batt, die mit ihren niederdeutschen Geschichten und Gedichten seit den 80er-Jahren schon mehr als 100-mal auf der Bühne der Wendeltreppe stand, hatte gerade ihren jüngsten Auftritt op Platt beendet, als ein Gast aus dem Publikum aufstand und ums Wort bat: Elke Westphal, Privattheater-Beauftragte der Hamburger Kulturbehörde. Sie überreichte die schwere Bronzemedaille, zehn Zentimeter im Durchmesser, und dazu die von Bürgermeister Olaf Scholz unterschriebene Verleihungsurkunde. „In dankbarer Anerkennung ihrer Verdienste um das Gemeinwohl“ heißt es darin, was Christa Heise-Batt besonders stolz macht: „Mit dieser Auszeichnung hatten wir überhaupt nicht gerechnet“, strahlt die Seniorin. Sie ist quasi die gute Seele der Wendeltreppe, kümmert sich um ein abwechselungsreiches und anspruchsvolles Programm, betreut die Künstler und sorgt für den „Wohlfühlfaktor“ bei den Gästen.
Für die niederdeutsche Schreiberin und Amateurschauspielerin ist es die zweite große „amtliche“ Anerkennung: 1997 war sie die erste Kulturpreisträgerin der Stadt Norderstedt.
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