Coach hilft beim Lernen

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Bildungswerke eröffnen erstes Selbstlernzentrum in Schleswig-Holstein

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Marina sitzt konzentriert vor dem Bildschirm. Die 50-Jährige lässt sich die Fragen über Kopfhörer vorlesen, liest am Bildschirm mit und entscheidet sich dann für eine Antwort – richtig. Marina übt Deutsch – am Computer im Selbstlernzentrum der Bildungswerke. Seit ein paar Tagen stehen hier acht Arbeitsplätze bereit, Lernberater helfen beim Start und bei der Einstufung in den richtigen Kurs. Marina übt Deutsch auf dem Niveau B1 – „Selbständige Sprachanwendung“. Ihr Zertifikat hat sie schon längst in der Tasche, jetzt will sie mit dem Computerkurs noch einmal alles auffrischen. „Alles ist verständlich aber schwer genug“, findet die gebürtige Russin. Die ehemalige Stadtbildstelle unter der Leitung von Caren Westermann hat eine neue Aufgabe gefunden –Unterstützung beim E-Learning. Während beim Start vor 26 Jahren vor allem Filme im 26mm-Format und später als VHS-Kassetten für den Unterricht an Norderstedts Schulen bereitgestellt wurden, gibt es heute neue Aufgaben. Zwar stehen noch DVDs zur Ausleihe in den Regalen, doch die Schulen können heute viel einfacher übers Internet an Fachfilme kommen. Caren Westermann ist genau im Bild: Neben der Leitung des Zentrum für Medien und Informationstechniken (ZMI), wie die Stadtbildstelle jetzt heißt, ist sie auch beim Weiterbildungsinstitut für Lehrer IQSH beschäftigt. Und zeigt Lehrern, welche Informationsmöglichkeiten es gibt. Passend: Das ZMI ist auch als EDV-Betreuung für die 24 Schulen der Stadt tätig. Kerstin Bliedung, seit 25 Jahren Mitarbeiterin der Stadtbildstelle, unterstützt die Schulen bei der Ausstattung von PC-Räumen oder mit intelligenten Tafeln, sogenannten Activ Boards und betreut bei Problemen. Auch der international anerkannte Computerführerschein ECDL wird hier abgenommen.

Umsetzung ist schwierig


Mit dem Selbstlernzentrum als neuer Aufgabe will Bildungswerke-Chef Manfred Philipp eine alte Idee neu beleben. „Die Umsetzung von Selbstlernzentren war immer schwierig. Aber jetzt hat sich das Lernen verändert. Die Menschen lernen individuell und brauchen eher einen Lerncoach als einen Lehrer“, meint Philipp. Damit betritt er Neuland in Schleswig-Holstein. An je zwei Vor- und Nachmittagen können Norderstedter hier individuell lernen. Zu Beginn werden vorranging Sprachen im ZMI angeboten, mit einem Flyer wirbt Caren Westermann für Deutschkurse: „Speed up your German“. Das ZMI ist gut besucht, darum wird schon jetzt ein zweiter Raum mit weiteren acht Arbeitsplätzen vorbereitet. Gedacht ist das ZMI für alle Norderstedter ab 14 Jahre. Berufliche oder private Weiterbildung, Sprachkurse, Computerkenntnisse - etwa 120 Lernprogramme stehen bereit. Der Start ist einfach: Zunächst wird mit dem Lernberater besprochen, was gelernt werden soll und das Vorwissen festgestellt. Nach einer Schnupperstunde startet das individuelle Lernen, Lernberater unterstützen bei Fragen. Wer länger als zwei Monate dabei ist, erhält eine Teilnahmebestätigung. Die Beratung und zwei Lerneinheiten sind kostenfrei, danach kosten zwei Monate 25 Euro. Für Sozialpassinhaber, Arbeitsuchende, Schwerbehinderte, Schüler und Rentner gibt es Ermäßigungen.

Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch, 10 bis 14 Uhr, Dienstag und Donnerstag, 14 bis 18 Uhr. Terminvereinbarung unter Telefon 040/309 875 512 oder info@stadtbildstelle-norderstedt.de
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