Den christlichen Glauben (ver)teilen

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Johanna Montesanto (v.l.), Christoph Pitsch und Bente Küster wollen in Langenhorn lernen und mit den Menschen im Stadtteil Freude am Glauben leben Foto: Krause

Auf dem Weg zum Pastorenamt: Das Wochenblatt traf drei junge Theologen in Langenhorn

Langenhorn „Glaube hat nichts mit Statistik zu tun“ – davon ist Vikarin Bente Küster überzeugt. Bis Ende 2016 ist sie, wie auch Vikarin Johanna Montesanto und der Pastoraltheologe Christoph Pietsch in evangelischen Gemeinden beziehungsweise der katholischen Gemeinde in Langenhorn tätig. Hier wollen sie ihr im Studium erworbenes Wissen in die praktische Gemeindearbeit einbringen. Auch wenn alle drei Jungtheologen davon überzeugt sind, dass Statistik keine Messlatte für die Kraft des Glauben ist, einige Zahlen für Langenhorn: 2009 waren von 41.147 Langenhornern noch 13.470 oder 32,7 Prozent Mitglieder der evangelischen Kirche. Fünf Jahre später – Langenhorn hatte inzwischen 42.237 Einwohner – bekannten sich nur noch 29,4 Prozent zur evangelischen Kirche, und die die absolute Mitgliedszahl war um 1.090 gesunken. Direkte Vergleichszahlen für die katholische Kirche in Langenhorn sind nicht möglich, da deren Gebietsgrenzen schon immer weit größer gefasst waren. Allerdings sind bei ihr trotz Kirchenaustritten in Hamburg noch Zuwächse zu verzeichnen.

Johanna Montesanto


Johanna Montesanto (32, Zachäus) kommt aus Rostock. Ein diakonisches Jahr in Italien hat sie nachhaltig geprägt. Sie verbrachte Studienjahre in Genf und studierte ökumenische Theologie in Rom. In Italien wurde sie auch mit den „Waldensern“ – eine Glaubensgemeinschaft, die schon Jahrhunderte vor Luther Struktur und Lehrinhalte der „römischen“ Kirche ablehnte – vertraut. Ihr Wohnumfeld nahe der Zachäus-Kirche gefällt ihr und ihrem Mann. „Das ist hier bunt und tolerant!“ Deshalb freut sie sich auf viele Begegnungen im Stadtteil.

Christoph Pitsch


Christoph Pitsch (25, Heilige Familie) ist in Wismar aufgewachsen. Ihn führte sein soziales Jahr nach Teterow. Im dortigen Jugend-Bildungshaus der katholischen Kirche wurde er erstmals mit Jugendlichen konfrontiert, die Antworten auf religiöse Themen suchten. Das war für ihn richtungsweisend. In Münster studierte er Theologie mit dem Ziel, als Pastoralreferent in einer Gemeinde zu arbeiten. „Ich hätte mir auch vorstellen können, Priester zu werden. Doch für mich hat die Familie einen hohen Stellenwert. Und solange die Priesterschaft an Ehelosigkeit gekoppelt ist, scheidet das für mich aus.“ Wenn Pitsch die Flugzeuge am Himmel sieht, geht ihm durch den Kopf „Hamburg ist das Tor zur Welt, und in Langenhorn steht es weit offen!“

Bente Küster


Bente Küster ist Pastorentochter. In Heikendorf bei Kiel aufgewachsen, hat sie schon sehr früh miterlebt, wie es in einem Pastorenhaushalt zugeht. Dabei ist in ihr de Gewissheit gewachsen: „Pastorin ist ein toller Beruf. Es ist erfüllend, in Gemeinschaft nach Gott zu fragen und ihn zu suchen!“ Das Rüstzeug für ihren Traumberuf hat sie sich in Tübingen, Münster, Berlin, Buenos Aires und Hamburg geholt. Ihr derzeitiges Arbeitsumfeld an Broder Hinrick inmitten der Fritz-Schumacher-Siedlung hat für sie einen ganz eigenen Reiz. „Das ist ein kleiner Kosmos für sich – eine Kleinstadt mit Großstadtflair!“
Drei junge Menschen, die sich mit ihren jeweils ganz eigenen Talenten für die Menschen innerhalb und außerhalb der Kirchen einsetzten wollen, sind nun neben dem „Stammpersonal“ in Langenhorn tätig. Sie wollen die Menschen neugierig machen auf den geistigen Schatz, den die Kirchen bergen. Bange um ihre berufliche Zukunft ist ihnen nicht, obwohl ihnen klar ist, dass die Volkskirchen mit gefüllten sonntäglichen Gottesdiensten Auslaufmodelle sind. Sie sind Zeugen dafür, dass Gaube froh macht, dass die Wahrung kirchlicher Fundamente, Werte und Rituale kein Selbstzweck ist, sondern Orientierung bieten kann. Ökumene, das gute geschwisterliche Miteinander der Kirche, liegt ihnen am Herzen. Kirche, die sie leben wollen, ist offen und für alle Menschen da, wenn sie gebraucht wird. (fjk)
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