DVB-T-Abschaltung: Ärger mit Vodafone

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Georg Sladek rät den Verbrauchern, die Empfangsart zu überprüfen Foto: Jenjahn

Rentnerin aus Fuhlsbüttel macht böse Erfahrung mit Kabelnetzanbieter. Bundesagentur mahnt Unternehmen ab

Von Olaf Jenjahn
Fuhlsbüttel
Mitte Januar erhielt Martha Schlösser (Name von der Redaktion geändert) ein Schreiben vom Kundenservice der Vodafone Kabel Deutschland GmbH, die darin die DVB-T-Abschaltung ankündigte. Sie bot der 85-jährigen Dame eine Alternative mit „bis zu 100 digitalen Sendern, zeitflexibles Fernsehen und Kino- und TV-Inhalte zum Wunschtermin auf Abruf“ an. Ein Stempel mit dem Vermerk „Wiederholter Zustellversuch“ suggerierte Frau Schlösser eine gewisse Dringlichkeit, die mit einem weiteren Zusatz am Ende des Schreibens unterstrichen wurde: „Melden Sie sich dazu bitte bis spätestens 28.02.2017 telefonisch bei uns.“ „Stellen Sie sich vor, ich kann nicht mehr Fernsehen schauen“, meint Martha Schlösser etwas ratlos. Sie erinnerte sich daran, dass in einem Einkaufzentrum ein Shop des Unternehmens ansässig sei und suchte diesen auf. Sie legte einem Mitarbeiter das Schreiben vor und fragte: „Kann ich dann nicht mehr fernsehen?“ Dieser bejahte ihre Frage und führte in der Folge ein Gespräch, in dem er der betagten Frau sämtliche persönliche Daten entlockte.

Mitarbeiter ignoriert Einwände


„Ich weiß gar nicht mehr genau, was ich ihm alles gesagt habe“, erzählt Martha Schlösser aufgeregt. „Am Ende schob er mir ein Schriftstück zum Unterschreiben hin und meinte, dass er jetzt schnell zu einer Fortbildung müsse“. Offensichtlich reagierte der Mitarbeiter des Shops nicht auf die Einwände, Frau Schlösser sei mit ihrem derzeitigen Fernseh-Format und dem Telefonanschluss zufrieden und sie bräuchte gar kein Internet oder ein Handy.

Kundin unfreundlich „abgebügelt“


Wenige Tage später erhielt sie eine Box vom Unternehmen und bat einen Bekannten, diese zu Hause zu installieren. Dieser hatte jedoch Probleme damit und riet Frau Schlösser, sich an einen Fernsehfachmann zu wenden. Sie zog Georg Sladek hinzu, der seit mehr als 40 Jahren einen Reparaturservice für Fernsehgeräte betreibt: „Ich habe festgestellt, dass Frau Schlösser bestens versorgt ist und keinen neuen Vertrag benötigt. Wir haben das Paket umgehend zurückgeschickt und wollten den Vertrag widerrufen“. Doch Vodafone nahm den Widerruf nicht an. Im Shop des Einkaufzentrums erhielt Martha Schlösser keine Hilfe und wurde unfreundlich „abgebügelt“.

Bundesagentur mahnt Vodafone ab


Wurde ihr Anliegen am Mittwoch vergangener Woche per Post noch abschlägig beschieden, erhielt sie tags darauf ein vollkommen anders lautendes Schreiben. Auch das Hamburger Wochenblatt, an das sich Frau Schlösser gewandt hatte, bekam die Information, dass der Vertrag storniert wurde. „Wir haben den Vertrag, den Frau Schlösser abgeschlossen hat, inzwischen storniert. Wir können uns bei Ihrer Leserin nur entschuldigen und haben dieses in aller Form getan – schriftlich und per Blumenstrauß, der unterwegs zu ihr ist“, heißt es in dem Schreiben. Bereits eine Woche zuvor wurde Vodafone von der Bundesnetzagentur abgemahnt, den Versand der Briefe einzustellen. „Die von Ihnen erwähnten Scheiben zur DVB-T-Abschaltung haben wir bereits am 19. Januar gestoppt. Durch entsprechende Nachschulungen werden wir die bedarfsgerechte Produktberatung und die Bearbeitung von Widerrufen verbessern“, kündigte Vodafone an. Georg Sladek meint, dass ein seriöser Fernsehfachhändler die Frage nach der Empfangsart, mit der man derzeit fernsieht, dem Kunden auf jeden Fall stellen wird.

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2 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 14.02.2017 | 16:11  
1.312
Elke Noack aus Rahlstedt | 17.02.2017 | 20:30  
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