Erste Alster-Taufe

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Titus Láposi (3) wurde von St.-Lukas-Pastor Georg Warnecke getauft Foto: Krause

24 Täuflinge und über 400 Gäste beim Fest

Klein-Borstel „Aber untergedukert werden will ich nicht!“ Ansonsten fand es Titus (3) gut, zusammen mit seiner Mutter und vier Geschwistern in der Alster getauft zu werden.
Georg Warnecke, Pastor von St. Lukas, hat die Familie daheim besucht und nicht nur mit den Erwachsenen, sondern auch mit den Kindern gesprochen und sie gefragt, was sie davon halten, getauft zu werden.
Taufen, sprich Kircheneintritte, sind zurzeit nicht gerade „in“. Ganz im Gegenteil. 2013 erklärten 176.551 Menschen ihren Austritt aus der Evangelischen und 178.805 aus der Katholischen Kirche. Die Zahlen für 2014 dürften noch deutlich höher liegen. Der evangelische Kirchenkreis Hamburg Ost, mit immerhin noch nominell 452.372 Mitgliedern per 1. April 2014 stellt sich auf den Schrumpfungsprozess ein.

Schrittweise zur Taufe


Für Judith Láposi (43), die sich am vergangenen Sonntag in der Alster taufen ließ, verlief der Weg genau in die andere Richtung. „Ich bin in Perleberg in Brandenburg groß geworden“ berichtet die 43-jährige Krankenschwester und ausgebildete Heilpraktikerin. „Obwohl meine Eltern getauft waren, spielte Religion bei uns keine Rolle. Aber die bebilderte Bibel meiner Großmutter hatte es mir schon als Kind angetan – später habe ich ein Bild daraus bei mir an die Wand gehängt. Damals habe ich auch begonnen zu beten – mit Gott zu sprechen.“ Mit der Übersiedlung nach Hamburg und der Geburt der Kinder wurden die kirchlichen Bindungen enger.
„Für mich war klar – die Kita sollte eine in kirchlicher Trägerschaft sein“ so die Fuhlsbüttlerin „schon bald keimte dann der Gedanke in mir auf, mit der Taufe den nächsten Schritt zu tun.“ War das besondere Event „Alstertaufe“ der Auslöser? „Nein – irgendwann hätten wir uns wohl auch so taufen lassen. Aber – ich bin in Hamburg sehr glücklich und die Kinder sind in Hamburg geboren. Da empfinde ich eine Taufe in der Alster und mit Alsterwasser schon als etwas ganz besonderes – dadurch mit Gott und mit Hamburg verbunden zu sein, das wird die Kinder und mich durch das ganze Leben begleiten“, sagt Judith Láposi. So oder so ähnlich haben das wohl auch andere gesehen.
24 Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurden am längsten Tag des Jahres mit dem Wasser der Alster getauft und so in die Kirche aufgenommen. Die Tauffeier war zugleich das erste große gemeinsame Fest des Glaubens der vier Gemeinden des „Mittleren Alstertals“ - 400 Gäste waren erschienen. (fjk)
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