Flüchtlingsheim Langenhorn: Bauzaun steht bereits

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Am Rehagen sind Bauzäune aufgestellt Foto: fbt
Hamburg: Am Rehagen |

Die Stadt Hamburg will Am Rehagen Wohnungen für Geflüchtete errichten. CDU und Initiative protestieren

Langenhorn Am Rehagen sind die ersten Bauzäune aufgestellt worden. Auf einem früheren Landschaftsschutzgebiet sollen Flüchtlingsunterkünfte mit der Perspektive Wohnen entstehen. Dagegen protestiert der Verein zur Erhaltung der Hummelsbüttler Feldmark und erhält dabei Unterstützung von der CDU. Das Projekt, Am Rehagen Flüchtlingswohnungen zu errichten, scheint konkreter zu werden (das Wochenblatt berichtete). Wenn man vom Rehagen auf den Kishorst einbiegt, ist zunächst alles wie immer – bis auf einmal, teilweise beidseits des Weges, Bauzäune auftauchen. Der Verein zur Erhaltung der Hummelsbütteler Feldmark kritisiert, das Bauvorhaben werde trotz Kritik „unbeirrt“ durchgezogen. Der Bauzaun sei bereits wenige Tage nach Eingang des Bauantrags aufgestellt worden, Anwohner befürchteten, dass die Stadt schnell Fakten schaffen wolle.

Verkürztes Verfahren rechtens


Von Seiten des Bezirkes Wandsbek heißt es dagegen, die Baugenehmigung sei auf der Grundlage des § 246 Baugesetzbuch erteilt worden. Dieser macht für Flüchtlingsunterkünfte rechtlich verkürzte Verfahren möglich. Mitglieder des Vereins kritisieren, dass das klimatologische Gutachten der Stadt zur Fläche wissenschaftlich nicht haltbar sei. Man fordere die Stadt auf, den Bau sofort einzustellen. Außerdem stünden noch Umweltverträglichkeitsprüfungen aus. Eine Umweltprüfung inklusive Fachgutachten werde, so der Bezirk in seiner Reaktion, im Rahmen des Bebauungsplans Hummelsbüttel 28 durchgeführt. Im Rahmen der Baugenehmigung „war noch keine Vorprüfung des Einzelfalls erforderlich, da einschlägige Schwellenwerte unterschritten werden“.

Flächen klug nachverdichten


Der örtlich zuständige CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Thering wirft der rot-grünen Koalition mit der Bebauung der Hummelsbütteler Feldmark einen „glatten Wortbruch“ vor. Die Bürger vor Ort und die Naturschutzverbände seien „zurecht sauer“. Man solle nicht grüne Flächen bebauen, sondern „klug nachverdichten“. In einem SPD-Papier zum Bebauungsstart ist von Umweltbedenken nicht die Rede. Man sei, heißt es bei der Wandsbeker Fraktion, vor dem Hintergrund des nachlassenden Flüchtlingsstroms auf die Kritiker zugegangen und habe erreicht, dass die Bebauung am Wilden Moor nicht weiter verfolgt werde. SPD-Fraktionschef Andreas Dressel: „Politik und Verwaltung halten sich mit dem Bau des neuen Saga-Wohnquartiers am Rehagen an den im Sommer 2016 vereinbarten Kompromiss mit der Volksinitiative gegen große Flüchtlingsunterkünfte, der eine deutliche Verkleinerung der Planungen in der Feldmark, eine sofort gemischte Belegung und zahlreiche ökologische und soziale Begleitmaßnahmen vorgesehen hat.“

Bürgervertrag nicht unterzeichnet


Allerdings hat die Bürgerinitiative den Bürgervertrag mit der Hansestadt Hamburg nicht unterzeichnet. Hier regen sich indes große Zweifel. Das Grundstück sei offensichtlich nicht wieder verpachtet worden. Möglich ist, es zur „kurzfristigen Bebauung“ vorzuhalten. Dem bisherigen Pächter werde „durchaus ein Pachtvertrag rückwirkend zum 1.1.2017 angeboten werden“, erklärt Daniel Stricker aus der Finanzbehörde und fügt hinzu, dieser müsse „zukünftig unter dem Vorbehalt entsprechender Entscheidungen der Bezirklichen Gremien in Bezug auf Änderungen im B-Plan“ kündbar sein. (fbt)

Weitere Infos: Verein zur Erhaltung der Hummelsbütteler Feldmark

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Weitere Infos: Verein zur Erhaltung der Hummelsbüttler Feldmark
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