Gedenken neu denken

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Die „Kriegerehrenallee“ auf dem Ohlsdorfer Friedhof soll umbenannt werden Foto: Biehl

Tagung zu Kriegerdenkmälern und NS-Straßennamen

Ohlsdorf/Barmbek/Langenhorn Zu einem Symposium unter dem Titel „Gedenken neu denken“ laden die Hamburger Geschichtswerkstätten ein. Dabei geht es um den Umgang mit Hamburgs Kriegerdenkmälern und jenen Straßen, deren Namensgeber NS-belastet sind. Kritiker sehen in den Denkmälern eine Verklärung der deutschen Kriegsschuld. Zudem fordern mittlerweile auch Politiker, Straßen mit fragwürdigen Namensgebern umzubenennen, so wie jüngst für den Stadtteil Langenhorn beschlossen.
Weiterer Hintergrund ist, dass sich die Gedenkkultur auf dem Ohlsdorfer Friedhof in den kommenden Jahren verändern soll. Dazu berät seit zwei Jahren ein Runder Tisch von Friedhofsverwaltung, Historikern und dem Volksbund. Ein Thema ist zum Beispiel die „Gemengelage“ auf dem Kriegsgräberfeld. Dort wird nur der Soldaten gedacht, obwohl dazwischen viele Opfer der Wehrmacht und des NS-Regimes begraben wurden - nach Schätzungen zirka 1.000. Auch die Kriegerehrenallee auf dem Friedhof soll umbenannt werden - auf den neuesten Lageplänen wurde der Name bereits getilgt. Die Umweltbehörde entscheidet derzeit über einen neuen Namen. Im Rahmen der Tagung gibt es um 17 Uhr auch einen Vortrag von Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung). Sie forscht zu Hamburger Straßennamen und hat bereits diverse NS-Belastete identifiziert. (bcb)

Sonnabend, 7. November, Zinnschmelze, ab 13.30 Uhr. Info: http://www.hamburger-geschichtswerkstaetten.de
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