Hunde-Drama mit Happy End

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Paula (l.) und Isabel sind glücklich, dass Hund Max überlebte Foto/Repro: Blume

Hummelsbüttlerin rettete im Urlaub herrenlose Vierbeiner vor dem sicheren Tod

Von Claudia Blume
Hummelsbüttel
Das schönste Weihnachtsgeschenk für Familie Kiessling schleppt gerade triumphierend einen Hausschuh ins Körbchen. Max heißt der kleine Neuzugang, der, obwohl erst zwölf Wochen alt, eigentlich gar nicht leben sollte. Denn Max wurde als griechischer Straßenhund geboren. „In den Herbstferien wollten wir eine Woche auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki ausspannen, doch daraus wurde leider nichts“, erinnert sich Andrea Kiessling. In der Anlage liefen viele zutrauliche Hunde herum, darunter auch eine kniehohe schwarze Mischlingshündin, die sechs Welpen zu versorgen hatte. Von den Kiesslings „Kiki“ genannt, war sie besonders freundlich, freute sich über jede Aufmerksamkeit und ließ vertrauensvoll ihre etwa sechs Wochen alten Welpen auf den Schoß von Paula (10) und ihrer Schwester Isabel (13) klettern.„Die Hunde wurden zwar vom Personal geduldet, doch von einem Tag auf den anderen schlug die Stimmung um. Eine große Hochzeitsfeier stand an und Hundefänger wurden angesetzt. Als ich eines Abends zwei röchelnde Hunde auf dem Weg liegen sah, musste ich aktiv werden“, sagt die Hummelsbüttlerin. Mit zwei anderen Urlauberfamilien aus Fulda und Frankfurt wurde ein Plan geschmiedet: Die Kleinen mussten weg, bevor sie auch vergiftet würden. Statt am Strand zu chillen, surfte die 43-Jährige im Internet auf der Suche nach Hilfe und bekam über die „Tiroler Tierengel“ Kontakt zur „Tierhilfe Chalkidiki e.V.“ Für sie versorgt die Deutsch-Griechin Rebecca aktuell über 160 herrenlose Hunde und kümmert sich um Kastrationen. Ihre Anlage bei Thessaloniki, die auf Spenden angewiesen ist, platzt aus allen Nähten. Ständig wird die Hunderetterin von der Polizei bedroht, die viele Tiere töten lassen will. „Dennoch versprach Rebecca, Kiki und die sechs Welpen schnellstmöglich zu holen und auszufliegen – vorausgesetzt, wir verpflichten uns, sie in Deutschland zu vermitteln“, so Andrea Kiessling. Dass ihre Familie ein Tier nimmt, wurde einstimmig beschlossen, schließlich fand vor einem Jahr bereits Katze Coco ihren Weg über die Tierrettung in Toulouse nach Hamburg. Auch die beiden anderen Gästefamilien sagten für einen Welpen zu.
Innerhalb von nur zwei Wochen waren alle Tiere vermittelt. Geimpft, entwurmt, gechippt und mit Papieren versehen warteten sie auf Flugpaten – ein weiteres Problem. Schließlich holte Kikis neues Frauchen die Hunde persönlich ab. Happy End für sieben griechische Straßenhunde und Start in ein neues Leben. Nicht nur für den kleinen Max aufregend, auch für Paula und Isabel, die sich sogar „vertraglich“ verpflichtet haben, jeden Tag eine Runde mit Max zu gehen.
Zwar ist der Kleine erst seit zehn Tagen in Hamburg, hat sich aber schon bestens eingelebt, ist stubenrein und hört auf seinen Namen. „Allerdings muss ich meine Augen überall haben“, sagt Neu-Hundemama Andrea Kiessling lachend. „Max nagt zu gern am Teppich und klaut Katzenfutter. Es fällt schwer, streng zu bleiben. Nach Weihnachten geht’s zur Hundeschule.“
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