Jahresrückblick im Hamburger Wochenblatt

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Der Jahresrückblick im Hamburger Wochenblatt Grafik: thinkstock/wb
 
Der Langenhorner Bürgervertrag wird von Marc Marten, Bezirksamtsleiter Harald Rösler, Senatorin Dorothee Stapelfeld und Bürgermeister Olaf Scholz (v.l.) unterzeichnet Foto: fjk

Das war das Jahr 2016 in der Hansestadt

Von Franz-Josef Krause, Waltraut Haas und Nicole Kuchenbecker
Hamburg
Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen. In Langenhorn, Fuhlsbüttel und Hummelsbüttel ist viel passiert. Wir erinnern mit einem Rückblick an Ereignisse, die die Menschen bewegten haben.

Am Kiwittsmoor ist es ruhiger geworden

Ende 2015 entstand auf dem P&R-Platz am U-Bahnhof Kiwittsmoor ein Containerdorf mit rund 600 Planplätzen für Flüchtlinge. 309 Parkplätze gingen verloren. Sorgte zunächst ein geräuschstarkes Stromaggregat bei den Anwohnern für Unmut, ist es heute in jeder Hinsicht ruhig geworden. Viele Menschen stehen den Bewohnern zur Seite. Auf behördliche Pläne, bis Ende 2017 den Platz zu räumen, reagierten sie mit Verwunderung: „Niemand will, dass die Unterkunft geschlossen wird, es gibt inzwischen eine gut gewachsene Struktur.“

Zukunft des Friedhofs

Seit seiner Gründung 1877 wuchs die Fläche des Friedhofs Ohlsdorf ständig. Heute wird von den 389 Hektar immer weniger für Grabstätten benötigt. Was nun? Mit dem Projekt „Ohlsdorf 2050“ sucht die Verwaltung nach neuen Wegen für den Friedhof. Bürger bringen sich ein.

Bürgervertrag für Integration

Zu einem neuen Miteinander von Bürgern und Senat sollen Bürgerverträge in Hamburg führen. Erhebliche Bedenken in den Stadtteilen, die sich an der Unterbringung von Flüchtlingen reiben, sind die Auslöser. In Langenhorn ist der Verein „Neue Bürger Langenhorn“ Vertragspartner des Senats. Gemeinsames Ziel ist es, die Unterbringung so zu gestalten, dass Integration gelingt. Das bedeutet: Verringerung von Belegungszahlen im Erst- und Folgeunterkünften.

Gesang mit Tradition

1866 gründete Wilhelm Heer, Lehrer der Langenhorner Dorfschule, einen Gesangverein. Mit 150 Jahren ist der Chor gesungene Stadtteilkultur – der Langenhorner Gesangverein von 1866. Waren es über ein Jahrhundert ausschließlich Männer, die hier stimmlich ihr Bestes gaben, dominieren heute die Frauen in friedlicher Koexistenz mit Bass und Tenor.

Konferenz im Stadtteil

Die erste Stadtteilkonferenz Langenhorn hatte im April einen erstaunlich guten Start. Rund 140 Bürger nutzten die neue Plattform, um eine Vielfalt von Themen anzusprechen. Probleme mit dem Verkehr in Langenhorn rückten bei der zweiten Stadtteilkonferenz im November in den Fokus. In engagierten Diskussionen mit Fachleuten aus dem Bezirksamt und dem öffentlichem Nahverkehr forderten die Teilnehmer zahlreiche Verbesserungen. Fortsetzung folgt.

Integration leben

Sie flohen in großer Zahl vor Krieg und Terror, bis zu 750 Menschen fanden Obdach in der ehemaligen Schule, die im Schnellverfahren ab Juli 2015 zur Erstaufnahme am Grellkamp wurde. Aktuell wohnen hier noch rund 450 Geflüchtete. Unterstützung erhalten sie vom Freundeskreis Grellkamp. In der zum wohnlichen „KultKomm“ umgestalteten Schulmensa wird Integration praktiziert: in einem bunten Mix von Begegnungen. Bei Tee, Kaffee und Keksen etwa wird geklönt und gespielt. Wer beim „Teemobil“ mitmachen möchte, ist willkommen.

Alle warten auf Aldi

Tanzabende, Hochzeiten und Familienfeiern sind Geschichte. Am 1. Januar 2016, nach einer rauschenden Silvesternacht, schloss Wolfgang Kühn, 68, das geschichtsträchtige Hotel Tomfort, 1859 gegründet als Ausspann-Station für Pferde. Es wurde abgerissen für den Neubau einer Aldi-Filiale. Darin sollen auch neue Wohnungen entstehen. Doch die Detailplanungen für die „Genehmigungsreife“ dauerten bis November. Die „Nahversorgungslücke“ will Aldi im Laufe des kommenden Jahres schließen. Denn aktuell können weder Anwohner vom neuen Wohngebiet Oxpark noch Alteingesessene rund um den Käkenflur zu Fuß eben mal Brötchen holen.

Ein autenthischer Geschichtsort

Das Zuhause von Helmut und Loki Schmidt wird seit 2016 von einer Stiftung verwaltet, die ihre Namen trägt, so verfügten es die berühmten Langenhorner Eheleute. Ebenso solle ihr Doppelhaus so erhalten werden wie zu ihren Lebzeiten. Es als Museum für Besucher zu öffnen, ist deshalb unmöglich. Seit Anfang November ist ein virtueller Rundgang durch Haus, Garten und Archiv möglich. Besucher erfahren dabei im Netz auch einige Episoden aus dem Leben der Schmidts. Wer eine Führung bevorzugt, lässt sich per Button von Giovanni di Lorenzo begleiten. Der Chefredakteur der „Zeit“ und langjährige Weggefährte von Helmut Schmidt erklärt dabei die Details.

Was sonst noch los war

Die Besuchermarke von 2016 mit gut 2.000 Gästen soll beim zehnten Börner Künstlertreff am 18. und 19. Februar 2017 noch getoppt werden. Darauf freut sich Organisator Jürgen Beecken schon jetzt. Neues Gesichte im Polizeikommissariat 34: Marcus Blunert (52) wechselte von der Polizei Akademie nach Langenhorn und übernahm im Februar die Revierleitung. Das Seniorenzentrum Röweland machte im August negative Schlagzeilen und wurde vom Bezirksamt Hamburg Nord geschlossen. Nach kurzen Verhandlungen übernahm die CURA-Gruppe das Heim und „päppelt“ es jetzt wieder auf. Wenn die Besuchermassen zum Affenfelsen pilgern, um sich das bunte Treiben auf dem Airport anzusehen, sind die Nerven der Anwohner rund um die Holtkoppel angespannt. Intensive Gespräche mit Politik und Polizei sollen 2017 Lösungen bringen – für die Gastronomie Coffee to Fly und die Nachbarn. Obwohl die Parkplätze am Foorthkamp zu kostenpflichtigen P+R-Plätzen wurden, gelang es der Politik vier weitere kostenfreie Stellplätze für Kurzparker einzurichten.
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