Kita-Streik – und kein Ende in Sicht

Anzeige
Streikende Erzieher vor dem Besenbinderhof Foto: wb/mdt

Gewerkschaft „sehr zufrieden“ mit Beteiligung. „Beruf am Menschen generell aufwerten“

Hamburg Die Fronten sind verhärtet. Auch zu Beginn der Woche setzte die Gewerkschaft Ver.di den „unbefristeten Erzwingungsstreik zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes“, wie es offiziell heißt, auch in Hamburg fort. Und ein Ende scheint nicht in Sicht.
Laut Ver.di wurden allein am Montag 150 Kitas bestreikt. Davon seien 50 Einrichtungen komplett geschlossen, in 80 konnte der Betrieb nur eingeschränkt stattfinden. Auch Einrichtungen aus der Behindertenhilfe wurden von Streikmaßnahmen betroffen, die „Lebenshilfe“ und die „Elbe Werkstätten“. Gewerkschaftssekretär Björn Krings sagte, man sei „sehr zufrieden“ mit der Streikbeteiligung, zumal in Hamburg Ferien seien. Zu einer Streikdemonstration vom S-Bahnhof Hammerbrook zum Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof kamen laut Ver.die 2000 Teilnehmer.

Geduld der Eltern wird auf eine harte Probe gestellt


Die Solidarität vieler Eltern mit den Erziehern und Kinderpflegern wird unterdessen auf eine harte Probe gestellt, wie das Wochenblatt nahe der Elbkinder-Kita in der Rahlstedter Bahnhofstraße erfuhr. Claudia Meinich, 28: „Wir hatten in der Familie bereits eine Krisensitzung. Wir haben in Hamburg keine Verwandten, die uns helfen könnten. Mein Mann nimmt nun unbezahlten Urlaub.“ Mike Sprenger, 37: „Es gibt nur wenige Plätze in der Notbetreuung. Wir nehmen uns für die Zeit der Streiks nun Urlaub. Der war eigentlich schon verplant, das ist schade.“
Manche Eltern nehmen auch unbezahlten Urlaub.
Bei der Geschäftsführung der „Elbkinder“-Kitas geht man davon aus, dass „keine schnelle Einigung möglich sein wird“, da für die Gewerkschaften das Ergebnis „von hoher strategischer Bedeutung für weitere Verhandlungen im Öffentlichen Dienst“ sein werde.
Björn Krings von Ver.di verteidigt die Forderungen gegen Kritik, dass eine ausgelernte Erzieherin mit rund 3.300 Euro monatlich doch nicht schlecht dastehe: „Es geht darum, den Beruf am Menschen generell aufzuwerten.“ Außerdem arbeiteten viele Erzieher Teilzeit, das Einstiegsgehalt für Kinderpflegerinnen liege nur bei 2.100 Euro. (wb)
Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
6
kathrin müller aus Farmsen-Berne | 15.05.2015 | 11:29  
400
Rainer Stelling aus St. Georg | 16.05.2015 | 12:14  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige