Kommen hier alle mit?

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Hier unten soll der Fahrstuhl ankommen. Klaus Kröger von „Selbst aktiv“ hofft, dass die Hochbahn die Pläne für einen Eckfahrstuhl doch noch ändert Foto: Nowatzky
 
Ute Naumann rangiert mit ihrem Rollstuhl auf der für den Fahrstuhl vorgesehenen Grundfläche Foto: Nowatzky

Behinderte: Geplanter Fahrstuhl am Bahnhof Ochsenzoll bereitet Probleme

Langenhorn Ute Naumann sitzt in ihrem Elektrorollstuhl und manövriert. Auf dem Boden ist mit blauer Kreide ein 1.40 mal 2.10 Meter großes Rechteck aufgemalt, so groß soll der neue Fahrstuhl am Ochsenzoll Bahnhof werden.
Doch für Ute Naumann, die wegen ihrer Krankheit auf den Rollstuhl angewiesen ist, steht fest: Auch der neue Fahrstuhl wird ihr keinen Zugang zum Bahnhof ermöglichen.

„Hier wurde ein Fahrstuhl geplant, der nicht für alle Rollstühle geeignet ist.“ Klaus Kröger

Ihre Kritik: Am Bahnhof werde ein Fahrstuhl mit Türen über Eck eingebaut. Während der Fahrt müsse der Rollstuhlfahrer also manövrieren, um am anderen Ende im rechten Winkel zum Eingang herauszufahren. „Kein Problem“, meint dazu Johannes Kröhn, Geschäftsführer der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen (LAG) die von der Hochbahn an der Planung beteiligt worden war (das Wochenblatt berichtete).

Ortstermin mit „Selbst aktiv“


Seine Aussage, wer mit dem Rollstuhl umgehen könne, bleibe auch nicht in diesem Fahrstuhl stecken, enttäuscht Ute Naumann: „Ich bin verletzt und wütend“, so die 52-Jährige. Zu einem Ortstermin wurde jetzt Klaus Kröger, der selbst durch eine Erblindung behinderte Vorsitzende der zur SPD gehörenden Behindertenorganisation „Selbst aktiv“, eingeladen. Seine Meinung: „Hier wurde ein Fahrstuhl geplant, der nicht für alle Rollies geeignet ist. Ein Durchlader, also ein Fahrstuhl, bei dem die Rollies auf der einen Seite rein und in gerader Strecke auf der anderen Seite wieder rausfahren, wäre ideal.“
Dieser ist aber nach Auskunft der Hochbahn auf dieser Seite nicht realisierbar. Der Bahnhof Ochsenzoll stammt aus dem Jahr 1920, der Komplex, in dem der neue Fahrstuhl eingebaut wird, aus den 60er-Jahren. Bereits jetzt müsse eine Treppe dem neuen Aufzug weichen.
Hochbahnsprecherin Christina Becker: „Dass es entsprechend baukonstruktive und städteräumliche Einschränkungen gibt, ist klar - wir können die Haltestelle nicht neu bauen.“ Der Eckfahrstuhl, der zudem größer sei als die Mindestanforderung, sei da eine gute Lösung. Ein gleichartiges Modell sei auch schon in der U-Bahnhaltestelle Horner Rennbahn integriert worden, ohne Beschwerden.
Obwohl bei der Planung laut Hochbahn viele Institutionen wie die LAG mit gehört wurden, wird der Fahrstuhl für Ute Naumann und viele weitere Rollifahrer nicht nutzbar sein. Sie hätten sich einen entsprechend geplanten Fahrstuhl auf der anderen Seite der Langenhorner Chaussee gewünscht, dort, wo aktuell die Rolltreppe existiert - und wo die meisten Busse halten. Doch laut Hochbahn spricht mehr für den jetzigen Standort: Der „belebtere Haupteingang“ biete schneller auch einmal helfende Hände anderer Fahrgäste, der Weg zum Bahnsteig sei kürzer, zusätzlich zu den Alten- und Pflegeheimen auf beiden Seiten sei auf dieser Seite noch die As-klepios-Klinik. „Auch vor dem Hintergrund des Umfeldes ist dies die bestmögliche Lösung“, so Becker.

Beschwerde an Bürgermeister Scholz


Ute Naumann und auch Klaus Kröger wollen diese Entscheidung nicht hinnehmen. „Ich berichte über die SPD direkt an den Bürgermeister“, sagt Kröger und hofft, dass es auf diesem Weg noch zu einer anderen Lösung für die Rollstuhlfahrer kommt. (now)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 21.03.2015 | 17:45  
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