Kritik an Radweg-Plänen

Anzeige
Detlev Grube an der Poppenbütteler Straße. Hier wird gerade der neue Anschluss an die Schleswig-Holstein-Straße gebaut Foto: Nowatzky

Grünen-Politiker Grube: „Wille zur Umsetzung fehlt“

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Grünen-Fraktionschef Detlev Grube fährt gerne Rad – allerdings nicht entlang der Poppenbütteler Straße. „Obwohl die Straße im Radverkehrskonzept mit hoher Priorität steht, ist hier noch nichts passiert“, sagt er. Das Konzept stammt schon aus dem Jahr 2007 und ist Teil des Verkehrsentwicklungsplanes. 48 Maßnahmen zum Ausbau des Radverkehrs sollten mit Vorrang umgesetzt werden.
„15 davon sind nicht einmal angefangen und acht weitere noch nicht abgeschlossen“, ärgert er sich, dass trotzdem jetzt über eine Fortschreibung des Planes diskutiert werden soll. Zu Jahresbeginn hatte Norderstedts Baudezernent Thomas Bosse in Berlin den „Aufholer-Preis“ des ADFC in Sachen Fahrradfreundlichkeit in Berlin entgegen genommen. Ein Grund: 900.000 Euro jährlich sind für Maßnahmen rund ums Rad fest im Haushalt eingeplant. „Doch das nützt nichts, wenn der Wille zur Umsetzung fehlt“, wettert Grube. „Wir haben ein tolles Konzept, das Geld ist da und trotzdem passiert nichts.“ Darum beantragte seine Fraktion nun, die fehlenden Maßnahmen 2016 zu verwirklichen und über die Umsetzung in der kommenden Ausschusssitzung zu berichten. Die Antwort von Stadtrat Bosse, für einen Teil der Maßnahmen fehlten schlicht die Flächen, halten die Grünen für Verzögerungstaktik.
An der Poppenbütteler Straße sollten laut Konzept die Wege breiter werden und eine neue Oberfläche bekommen. Bisher fahren Radler gemeinsam mit Fußgängern auf dem schmalen Weg nur auf der östlichen Straßenseite. Vor allem die gerade im Bau befindliche Verschwenkung der Poppenbütteler Straße zur Schleswig-Holstein-Straße ärgert Grube: Auf dem neuen Straßenabschnitt werden Radwege zu beiden Seiten gebaut, die dann im alten Teil der Straße im Nichts enden. „Hier fahren viele Radfahrer, die Strecke ist Schulweg, da muss etwas passieren“, sagt Grube.

Arbeitsgruppe soll Radwege verbessern


Doch auch weitere Punkte in dem Konzept sind noch offen: Der Schulweg Fadens Tannen hin zur Grund- und Gemeinschaftsschule steht auf Platz eins des Konzeptes, auch an der Falkenbergstraße sollten Sicherungs- und Markierungsarbeiten erfolgen. Laut Verwaltung ist eine Arbeitsgruppe ständig mit der Verbesserung des Radwegenetzes befasst. Im November soll im Ausschuss genau aufgelistet werden, wie weit die Umsetzung ist und was genau gegen die Realisierung spricht. „Wenn wir das Fahrrad als alternatives Verkehrsmittel wollen, müssen wir mehr tun“, so Grube.
Dazu passt, das Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote bei der Ankündigung der Olympia-Beteiligung Norderstedts auch von der Anbindung der möglichen Sportstätte im Nordosten eine Fahrradstraße als Zubringer ins Gespräch brachte.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige