Kritisch aber unaufgeregt

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Schulrat Bernd Thiemann, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung, Hans-Peter Boltres, Baudezernent Dr. Michael Bigdon, Bürgerschaftsabgeordneter Gulfam Malik, Bezirksamtsleiter Harald Rösler, Annekatrin Werner und Tom Oelrichs, der stellvertretende Bezirksamtsleiter stellten sich den kritischen Fragen (v.l.) Foto: Krause

Bürger informierten sich über das Projekt Ohkamp/Flughafenstraße

Von Franz-Josef Krause
Fuhlsbüttel/ Langenhorn
In der vergangenen Woche trafen sich im Terminal Tango gut 200 Fuhlsbüttler und Langenhorner, um sich über das Expressbauvorhaben auf dem bisher als „Verkehrsfläche“ ausgewiesen knapp 10.000 Quadratmeter großen Grundstück am U-Bahnhof Fuhlsbüttel Nord zu informieren. Wie berichtet, soll hier die Hamburger Quantum Immobilien AG ab September 2016 zwei Gebäudekomplexe mit insgesamt 124 Wohnungen errichten. „Die Stadt Hamburg beziehungsweise der Bezirk Hamburg-Nord kam mit der Bitte auf Quantum zu, auf dem Grundstück am Ohkamp eine Flüchtlingsunterkunft mit Perspektive Wohnen zu entwickeln und umzusetzen,“ so Marco Luterbach von der Quantum. Bezirkschef Harald Rösler verwies auf die hohe Expertise des Unternehmens. Offen blieb der Kaufpreis des Grundstücks und die für 15 Jahre garantierte, von „fördern & wohnen“ zu zahlende Miete. Dass mit der Entscheidung für Quantum ein Grundstück mit optimaler Verkehrsanbindung von der Stadt veräußert wurde, konnten die Bürger mehrheitlich nicht nachvollziehen. Ebenfalls die immer wieder geäußerte Vorstellung, die Ansiedlung von 580 Flüchtlingen an dieser Stelle würde deren Integration fördern. Fast heftig wurde es, als vorgetragen wurde, die Schule Ohkamp und angrenzende Schulen hätten freie Kapazitäten. Dem widersprach eine anwesende Lehrerin leidenschaftlich. Oberschulrat Bernd Thiemann sicherte zu, dass, sollte es nicht so sein, die Schulbehörde für Abhilfe sorgen würde. Geradezu verärgert reagierten die Versammlungsteilnehmer, wenn Vertreter des Bezirks Nord sich auf Fragen nach unmittelbar angrenzenden, bestehenden oder geplanten Unterkünften in Hummelsbüttel – da Bezirk Wandsbek – nicht auskunftsfähig zeigten. Die neuen Bewohner sollen überwiegend Menschen mit Bleibeperspektive sein und möglichst schon im Umfeld leben. Die ebenfalls geplante Kindertagesstätte wird 75 Plätze anbieten und nicht nur Flüchtlingskindern offenstehen. Da von den erwarteten knapp 180 Kindern und Jugendlichen planerisch nur 18 im KiTa-Alter sein werden, wäre hier ein echter Integrationsansatz. Eine „Durchmischung“ der neuen Siedlung mit Flüchtlingen und deutschen Wohnberechtigungsscheininhabern, wie mehrfach gefordert, ist aus rechtlichen Gründen vorerst ausgeschlossen. Große Erwartungen hegt der Bezirk auf die Integrationskraft von Kirchen, Schulen und Bürger- und Sportvereinen. Zusätzlich sollen, neben den Mitarbeitern von „f&w“, ein Quartiers-management die Integration vorantreiben. Geäußerte Vermutungen, die Parkplatzreihe entlang der Flughafenstraße würden wegfallen, wurden seitens der Behördenvertreter widersprochen. Auf dem Grundstück selbst soll es Stellplätze geben. Spätestens nach 15 Jahren – also ab 2032 – stehen die Wohnungen dann allen Bürgern mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung.
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