Langenhorn: Allianz gegen den Lärm

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Bleiben miteinander im Gespräch: SPD-Politikerin Martina Schenkewitz und Jean-Pierre Joachimsmeier, Geschäftsführer Coffee to Fly Foto: Kuchenbecker
 
1200 Meter durch das Wohngebiet bis zum Ziel Foto: nik

Flughafen Hamburg: Politik, Anwohner und Geschäftsleute suchen nach einer Lösung

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Der „Affenfelsen“, die Aussichtsplattform an der Holtkoppel mit ungetrübtem Blick auf die Start- und Landebahn am Hamburger Flughafen Helmut Schmidt ist ein Publikumsmagnet. Oftmals sehr zum Ärgernis der Anwohner. Um eine gute Nachbarschaft zu pflegen, setzen Geschäftsführung des Coffee to Fly und Politik nun auf gemeinsame Gespräche – mit vielen Ideen, um mehr Ruhe einkehren zu lassen.

Flug- und Verkehrslärm

Laute Motorengeräusche in der Nacht, „verstopfte“ Straßen rund um das Ausflugslokal Coffee to Fly, Fremdparker auf Anliegerwegen – die Nachbarschaft ist genervt (das Wochenblatt berichtete). Nicht nur der Fluglärm stört, jetzt sind es auch die Motorradfahrer, die nachts ihre Maschinen aufdrehen, ebenso die Besucherströme, die die Anhöhe zur Holtkoppel passieren. Der frühe Wintereinbruch mit kalten Temperaturen spielt den Anwohnern in die Karten. Derzeit ist es ruhiger. Doch der nächste Frühling kommt. Dass weiß auch Jean-Pierre Joachimsmeier (41). Der Geschäftsführer des Ausflugslokals reagierte bereits besonnen, ließ Flyer und Plakate drucken. Darauf bittet er seine Gäste um Rücksicht auf die Anwohner. „Wir wissen um die Problematik“, sagt er. Doch seien nicht alle Störenfriede Gäste des Coffee to Fly gibt er zu bedenken. Unabhängig von der Lokalität hat sich die Kehre am Ende der Holtkoppel zu einem Treffpunkt von Besitzern getunter Autos gemausert.

Polizei kennt Problem

„Der Polizei ist bekannt, dass sich in den wärmeren Jahreszeiten temporär dort entsprechende Personengruppen mit ihren Fahrzeugen treffen und bisweilen auch über das zulässige Maß hinaus ruhestörenden Lärm verursachen“, sagt Enno Lagemann, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr im zuständigen Polizeikommissariat (PK) 34. Er fügt hinzu: „In Kenntnis dieses Umstandes sucht die Polizei diesen Bereich schon jetzt regelmäßig im Rahmen der Streifenfahrt oder aber anlässlich konkreter Hinweise von Anwohnern auf und führt gegenüber diesen Personengruppen bei entsprechenden Feststellungen gefahrenabwehrende Maßnahmen durch beziehungsweise ahndet Verstöße gegen einschlägige Vorschriften.“ Doch das ist nicht genug. Joachimsmeier überlegt jetzt Maßnahmen, wie er seine Gäste für die Nachbarschaftsproblematik im kommenden Jahr sensibilisieren kann. Vielleicht können dabei Schilder helfen, die den Gästen noch einmal deutlich signalisieren, dass sie durch ein Wohngebiet mit 30er-Zonen fahren. Die SPD-Bezirksabgeordnete Martina Schenkewitz (53) zeigt sich zurückhaltend, schätzt aber Joachimsmeiers Vorschläge. „Wir warten mal den Frühling ab“, sagt sie, „mit den Flyern und Plakaten ist ein guter Anfang gemacht.“

Lösungen weiter gesucht


Joachimsmeier sammelt weiter Ideen. Und auch die Polizei überlegt, wie sie der Situation an der Holtkoppel begegnen wird. Lagemann: „Die Problematik ist vor Kurzem mit dem Bezirksamt erörtert worden. Zu einer abschließenden Meinungsbildung ist es in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit bisher noch nicht gekommen. Es ist jedoch seitens der Polizei geplant, Maßnahmen im besagten Gebiet insbesondere im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung zeitnah zu intensivieren.“ Ob es jedoch sinnvoll war, zwischenzeitlich die neu-
tralen Wegweiser zur Aussichtsplattform am Krohnstieg und im Wohngebiet direkt abzumontieren, um Besucher vom Affenfelsen fernzuhalten, ist fraglich. Joachimsmeier ist skeptisch. Im Zeitalter von Navigationsgeräten finden die Gäste den Weg auch anders. Nur diejenigen, die keines haben, irren womöglich durch die Straßen der Nachbarschaft.

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1 Kommentar
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Kai Debus aus Alsterdorf | 06.12.2016 | 22:12  
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