Langenhorn: SPD-Neujahrsempfang

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Erstmals fand der Neujahrsempfang im Eirene-Gemeindehaus statt. Nur gut 120 der 150 Gäste fanden einen Sitzplatz Foto: Biehl

Thema Flüchtlinge und Integration waren ein großes Thema

Von Bert C. Biehl
Langenhorn
Hätte es eines Beweises bedurft, dass das Zentrum Langenhorns dringend einen großen Veranstaltungsraum benötigt, wäre er am vergangenen Sonnabend wieder einmal erbracht worden. Beim Neujahrsempfang des Langenhorner Bürgerschaftsabgeordneten Gulfam Malik (SPD) drängten sich rund 150 Gäste im kleinen Gemeindesaal der Eirene-Kirche am Willersweg. Pastor Frank-Michael Wessel hatte dem wichtigsten gesellschaftlichen Ereignis des Stadtteils quasi Kirchenasyl gewährt, weil das Stammdomizil, das Restaurant Reina, wegen der bevorstehenden Abrissarbeiten am Langenhorner Markt geschlossen ist.

Chancen der Vielfalt


Der Treff, bei dem sich traditionell die Meinungsführer und Ehrenamtler Langenhorns zum Klönen begegnen, stand ganz unter dem Eindruck der aktuellen Flüchtlingssituation. „Herkunft und Religion sind keine Grenzen, sondern Chancen der Vielfalt“, mahnte Gastgeber Malik, selbst in den 80ern aus Pakistan nach Deutschland geflohen. Langenhorns Bürger würden außerordentlich viel zur Integration der Geflüchteten beitragen. Doch die Politik müsse auch „die Bürger mitnehmen und ihre Sorgen ernst nehmen.“ Ehrengast Katharina Fegebank, Grünen-Senatorin und Zweite Bürgermeisterin, warb um Unterstützung: „Wir als Politik werden es nicht alleine schaffen.“ Man dürfe die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen: „Wir müssen ein Zugehörigkeitsgefühl schaffen.“

Überraschungsgast


Als Überraschungsgast war Abdullah Uwe Wagishauser aus Frankfurt/Main gekommen. Der Spross einer christlichen Bonner Beamtenfamilie ist als Konvertit heute Vorsitzender der islamischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik und Mitglied des deutschen Islamrates. Er lobte die intensive Integrationsarbeit im Stadtteil. Doch er zeigte sich besorgt über die häufige Reduzierung des Islam auf Krieg, Barbarei und sexuelle Übergriffe: „Wir sollten nicht Islamismus, sondern Terrorismus sagen.“ Die Religion werde von Verbrechern missbraucht. Die monatlichen Bürgerforen von Gulfam Malik sollen bis auf Weiteres in der Eirene-Kirche stattfinden.
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