Langenhorner Markt: Videoüberwachung gefordert

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Null Toleranz für Graffiti-Sprayer: Nizar Müller kann sich eine Videoüberwachung rund um den Langenhorner Marktplatz vorstellen Foto: nik
Hamburg: Langenhorn Marktplatz |

CDU-Politiker will so konsequent gegen Graffitis vorgehen. Für die Polizei sind die notwendigen Voraussetzungen noch nicht erreicht

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Mehr als 200 Graffitis und Zeichen zieren derzeit den Langenhorner Marktplatz im Bereich des Fußgängertunnels, der Rampenanlage bis hin zum Bahnhofsvorplatz (das Wochenblatt berichtete). Zur Verschönerung tragen die Graffitis in den Augen von Nizar Müller (CDU) nicht bei. Im Gegenteil: Der Politiker vertritt die Auffassung, dass diese Bagatelldelikte konsequent geahndet werden sollten und könnte sich eine Videoüberwachung für dieses Gebiet vorstellen. „Aus Sicht der CDU ist die Videoüberwachung ein probates Mittel, um Straftaten zu verhindern oder begangene aufzuklären“, so Müller, „ich bin mir sicher, dass durch die steigende Anzahl an Brandstiftungen und Einbrüchen in Gewerbebetrieben in Langenhorn auch eine Vielzahl an Langenhornern für mehr Videoüberwachung ist.“

Delikte häufen sich


Tatsächlich häufen sich die Delikte rund um Langenhorn Markt. Nach Angaben des Polizeikommissariats 34 (PK 34) ist es in den vergangenen vier Wochen zu etwa zehn Einbrüchen in den umliegenden Geschäften gekommen, die allerdings nicht alle „erfolgreich“ waren. Jürgen Hennings, Abteilung-Prävention im PK 34: „Wie auch an vielen anderen ‚Eventorten’ in Hamburg, sind solche Plätze leider auch Anziehungspunkt für Obdachlose, Randständige, erlebnisorientierte Jugendliche oder Kleinkriminelle. Die aktuelle Situation am Langenhorn Markt ist nach hiesiger Einschätzung jedoch auf dem gewohnt wenig belasteten Niveau.“

CDU kämpft weiter


Wäre eine Videoüberwachung des Platzes dennoch gerechtfertigt? Müller findet ja. „Zudem zeigt doch die ständige Präsenz der Polizeibeamten und die Sensibilisierung durch Infobroschüren zum Thema Trick- und Taschendiebstähle, dass auf dem Langenhorner Wochenmarkt eine Videoüberwachung eine sinnvolle Maßnahme wäre, um die Belastungsgrenze der Hamburger Polizei in Zukunft nicht noch weiter zu überschreiten“, so der Politiker weiter.

„Unangenehme Begleiterscheinung“


Auch den Polizeibeamten sind die Farbschmierereien rund um den Fußgängertunnel bekannt. Sie werden als „unangenehme Begleiterscheinung“ toleriert. „Diese Form der Sachbeschädigung wird in der Regel nur auf Antrag des Geschädigten strafrechtlich verfolgt und somit der Polizei bekannt gemacht“, so Hennings, „Die Entwicklung dieser Straftaten wird vom zuständigen Stadtteilpolizisten zwar beobachtet, belastbare Fallzahlen liegen jedoch nicht vor.“ Reicht es aus, die Betonwände einen farbigen Anstrich zu verpassen, Wandbilder anzubringen? „Der Bahnhofsvorplatz, die Unterführung als auch die Fläche des Langenhorner Wochenmarktes sollte videoüberwacht werden, denn für die CDU geht Sicherheit immer vor Datenschutz“, sagt Müller weiter, „dennoch sollen die gefilmten Personen im Vorwege, zum Beispiel mit Hilfe von Hinweisschildern, darüber informiert werden, dass sie überwacht werden. Denn was für den Jungfernstieg und die Reeperbahn gefordert werden kann, sollte auch für einen der größten Wochenmärkte Hamburgs forderbar sein!“

Keine Notwendigkeit für Kameras


Und obwohl eine Videoüberwachung gute Ansätze für die polizeiliche Ermittlungsarbeit leiste, seien die im einschlägigen Polizeilichen Datenverarbeitungsgesetz (PolDVG) notwendigen Voraussetzungen für den Bereich des Langenhorner Marktes bei Weitem noch nicht erreicht, so dass eine Videoüberwachung im dort öffentlichen Bereich derzeit nicht denkbar ist, heißt es aus dem Polizeikommissariat weiter.

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1 Kommentar
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Stefan Blank aus Hummelsbüttel | 22.05.2017 | 03:00  
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