Lobby für Schauweg

Anzeige
Eine Sperre, die gut zu umfahren ist: Langenhorner Fußgänger fordern jetzt, Radfahrern die Benutzung des Schauweges zu untersagen Foto: Biehl

Fußgänger wollen durch. Radler sollen draußen bleiben

Langenhorn Eine Maßnahme des Bezirksamtes hat im Stadtteil reichlich Kopfschütteln verursacht. Es geht um die Sperrung des Schauwegs entlang des Tarpenbeks, der seit Jahrzehnten eine beliebte Strecke für Radler, Sportler und Spaziergänger ist. Im Sommer war eine Radlerin aus Norderstedt auf diesem Weg gestürzt und hatte sich über dessen Zustand beim Bezirksamt Nord beschwert. Daraufhin waren die Zugänge zunächst mit Baken gesperrt worden und jetzt mit Balken. Die Bezirksverwaltung argumentierte, es handle sich um einen Arbeits- und Schauweg zur Gewässerbesichtigung, der „keine Ausbaustandards für die allgemeine Nutzbarkeit“ aufweise. Kurzerhand warnt nun ein Schild: „Kein Durchgang“ – das gilt nicht nur den Radlern, sondern auch den Fußgängern. Das Amt verweist auf die offizielle Velo-Route 12 in Richtung City. Die verläuft zwar in der Nähe, bedeutet aber trotzdem einen Umweg.

Sperren kosten 3000 Euro


Die Sperren aus Baumstämmen haben den Steuerzahler 3.000 Euro gekostet, wirken aber irgendwie unentschlossen, weil sie jeder gut umgehen oder umfahren kann. Also wird der Schauweg weiter wie bisher genutzt. Das hat jetzt etliche Langenhorner auf den Plan gerufen, denen die Radfahrer auf dem Schauweg schon lange ein Dorn im Auge sind. „Viele brettern hier durch ohne Rücksicht auf Hunde oder Kinder“, berichten zum Beispiel Gisela Richter und Gisela Heine. Wer die Rüpel-Radler anspreche, werde noch angepöbelt oder beschimpft.
Die Forderung: „Warum lässt man nicht wenigstens den Fußgängern diesen Weg?“, fragt Ursula Bülow, als Leiterin eines Nordic-Walking-Angebotes bisher intensive Nutzerin der Schauwege. Sie und andere fordern, die Radfahrer von der Nutzung des Schauweges auszuschließen. Dafür will sie eine Lobby gründen. Interessenten können sich bei ihr unter Telefon 532 37 00 melden.
Bezirksamtsleiter Harald Rösler dämpft allerdings die Hoffnung: Der Ausbau eines zulässigen Weges koste einen „sechsstelligen Betrag“ und passe nicht zu der Absicht, den einst regulierten Tarpenbek zu renaturieren. (bcb)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige