Mellow Board: Power für jedes Brett

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Wochenblatt-Redakteur Marco Dittmer testet die Mellow Boards Foto: mdt
Hamburg: Budapester Str. 49 |

Hamburger E-Board-Schmiede beschleunigt Skateboards auf Tempo 40

Von Marco Dittmer
Hamburg
Wer mit Start-up-Unternehmern spricht, läuft Gefahr, sich nach wenigen Minuten um Jahre älter zu fühlen. Leidenschaft, Tatendrang, Visionen und nicht zuletzt die Idee des Erfinders machen einem schnell klar, dass man doch irgendwie abgehängt ist. Abgehängt von der nächsten Generation und von der Zukunft. Wer auf einem Mellow Board von Johannes Schewe steht, ist aber schnell wieder voll auf der Überholspur.

„Endless Ride“ auf dem Asphalt

Surfer suchen ihn auf der Welle, Snowboarder im tiefen Schnee, den „Endless Ride“, das Gefühl vom ewigen Dahingleiten. Das Hamburger Startup Mellow Boards GmbH bringt es ab Juli auf den Asphalt. Die beiden Gründer Johannes Schewe und Kilian Green haben es geschafft, aus einem Fun-Artikel ein alltagstaugliches Fahrzeug zu entwickeln. Ihre Elektroskateboards sollen in Großstädten nicht weniger als das Auto ersetzen – das ist die ehrgeizige Vision. In Hamburg haben sie dafür ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Von hier aus startet nun der Verkauf der Mellow Boards und des Mellow Drives, dem eigentlichen Produkt der Mellow Board GmbH. „Hamburg ist unser Tor zur Welt“, sagt Erfinder und Gründer Schewe. Schon heute verkaufen sie ihren Antrieb an Pariser Familienväter oder Skateboarder in Kalifornien. Deutschland ist nach den Vorbestellungen ihr Hauptmarkt.

Vier Fahrstufen

Und Mellow Boards sind nicht nur etwas für bretterfahrene Sportskanonen. Ein Test zeigt, Anfänger brauchen zwar ein paar Meter, um die Balance zu finden. Dann macht aber auch schon der Anfängermodus, bei dem das Brett Schrittgeschwindigkeit fährt, viel Spaß. Das innovative Antriebssystem, made in Germany, lässt sich fast unter jedes Skate- oder Longboard montieren. Per Fernbedienung wird zwischen vier Fahrstufen gewählt. Je nach Modus fahren die Boards Schrittgeschwindigkeit oder bis zu 40 km/h schnell. Ein weiterer Modus hält die selbst angetretene Geschwindigkeit. Die starke Bremse gibt auch ungeübten Brettfahrern ein sicheres Gefühl auf dem Asphalt.

Bislang keine Straßenzulassung

Ein großes Aber gibt es jedoch: Auf Deutschlands Straßen sind die mit Preisen ab 1.699 Euro nicht ganz billigen Mellow Boards bislang verboten. Als E-Boards, die schneller als 6 km/h fahren können, sind sie in Deutschland zulassungspflichtig. Schewe und Green setzen sich für neue Richtlinien auf der Straße ein und hoffen auf eine Reform der EU im kommenden Jahr. Solange sind die E-Boards nur auf Privatgrundstücken und Sonderflächen, die von der Straßenverkehrsordnung ausgenommen sind, erlaubt. Vorbild könnte der US-Bundesstaat Kalifornien sein. Dort sind seit zwei Jahren E-Skateboards auf Fahrradwegen erlaubt. Dann steht dem „Endless Ride“ auf Hamburgs Straßen Straßen nichts mehr im Weg.

Weitere Infos: Mellow Boards GmbH
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