Mit 80 noch voll dabei

Anzeige
Schwester Tobia Baniecki ist auch mit 80 Jahren in der Kirche am Tannenweg unverzichtbar Foto: Krause

Ehrung für Schwester Tobia Baniecki

Langenhorn Katholische Bischöfe müssen dem Papst mit 75 Jahren ihren Rücktritt anbieten. Das Alter hatte Schwester Tobia schon überschritten, als sie im Herbst 2011 ihren Dienst als Sakristanin in der „Heiligen Familie“ antrat. Als Berufsanfängerin im Job war sie ziemlich spät in der Stadt ihrer Träume angekommen. Am 11. Januar 1936 in Kiel geboren, hätte Christa Barniecki vielleicht als ein früher Star des THW Kiel in die Vereinsgeschichte eingehen können, denn Feldhandball und Sport überhaupt begeisterte die junge Frau. Und Hamburg war für sie schon immer eine Stadt von hoher Anziehung. Sie entschied sich anders. Erst wurde sie mit 14 Jahren katholisch – mit 19 Jahren trat sie ins Kloster ein. In Nette bei Osnabrück begann ihre zehnjährige „Verlobungszeit“, denn so lange dauerte es, bis an sie die Frage gerichtet wurde „Willst Du für immer im Kloster leben?“ Wobei „Kloster“ nicht so wörtlich verstanden werden darf. Denn Christa Baniecki arbeitete ihrem Wunsch entsprechend nach dem Noviziat in der Altenpflege und erhielt später, inzwischen mit dem Ordensnamen „Tobia“, in Marl in Westfalen eine Ausbildung als Krankenschwester. Die Stadt Sögel mit ihren 7.000 Einwohnern zog Schwester Tobia dann für 13 Jahre in ihren Bann. Im katholischen Kreiskrankenhaus konnte sie Gelerntes umsetzen und Erlerntes weitergeben. Für sechs weitere Jahre war dann der Bodensee ihre „Badewanne“. In Überlingen war es die Psychiatrie, in der Tobia Baniecki gemeinsam mit einer anderen Ordensfrau aus dem Norden arbeitete. Die absolute Steigerung – zumindestens, was die Einwohnerzahl anbetraf – war dann Meppen. Fast 35.000 Menschen leben hier – nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten. Gut, dass die Pflegestation, in der sie dort arbeitete, nur 120 Betten hat. Schwester Tobia kam auch hier zurecht.

Neue Aufgabe als Nonne


Ihre vorerst letzte Station wurde Hamburg-Langenhorn, wo zwischenzeitlich Nonnen knapp geworden waren. „In dieser Branche“, so stellte sie damals bezogen auf ihr neues Tätigkeitsfeld in der Sakristei trocken fest, „habe ich noch nie gearbeitet!“ Ganz neu dabei für sie der intensive Kontakt mit den vielen Mädchen und eher wenigen Jungen, die als Messdienerinnen und Messdiener die Sakristei bevölkern. „Ich finde es toll, wie ungezwungen die Kinder und Jugendlichen mit Pfarrer Wellenbrock und mir umgehen“, freut sie sich. „Da macht es richtig Spaß dabei zu sein. Aber natürlich sind mir auch die erwachsenen Gemeindemitglieder, mit denen ich häufig Kontakt habe, ans Herz gewachsen.“
Deshalb macht sie ihren Dienst weiterhin gern; öffnet täglich die Kirche noch vor 6 Uhr und schließt sie nach 18 Uhr. Beim Gemeindeempfang zu ihren Ehren wird sie viele Hände der Gäste schütteln, die der ältesten Kirchenmitarbeiterin am Tannenweg zum 80. Geburtstag gratulieren wollen. Einer Arbeitnehmerin, die nun schon seit Jahrzehnten ohne eigenes Bankkonto auskommt. „Um den Kram muss ich mich nicht kümmern“ erklärt sie lachend, „das fehlt mir nun wirklich nicht“. (fjk)

Freitag, 15. Januar, 18 Uhr, Gottesdienst; im Anschluss Gemeindeempfang mit Ehrung von Schwester Tobia Baniecki; „Heilige Familie“, Tannenweg 24
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige