Neue Straßennamen gefunden

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Regionalausschuss hat zwei neue Straßennamen gefunden Symbolfoto: wb

Ursula de Boor für Nonne, Kienast statt Konjetzny

Langenhorn Formell sollte es der Regionalausschuss am Montagabend (nach Redaktionsschluss) noch absegnen. De facto stand bereits zuvor fest, nach wem zwei Langenhorner Straßen benannt werden, die zurzeit noch die Namen NS-belasteter Ärzte tragen. Für Georg Konjetzny kommt Annie Kienast. Max Nonne muss Ursula de Boor weichen. „Wir wollten mit den Namen ein Gegengewicht zur bisherigen Benennung zu schaffen“, so SPD-Fraktionssprecher Thomas Kegat. Beide Namen entsprächen den zuvor gesetzten Kriterien, einen Frauennamen mit antifaschistischer Haltung und regionalem Bezug zu wählen.
„Der Name ‚Am Bornbach‘ erfüllt diese Kriterien nicht“, kommentierte Kegat einen Bürgerwunsch. Wie berichtet, hatten Anwohner der Max-Nonne-Straße gefordert, die Straße nach dem nahen Bach zu benennen. Die CDU hatte das unterstützt.
Nach Zustimung des Regionalausschusses könnte „die Senatskommission den Beschluss im November bestätigen“, sagte Kegat. Mit der Auswahl zweier Frauen werde auch ein Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit geleistet. Wie berichtet, sind in Hamburg 2500 Straßen nach Männern benannt, aber nur 357 nach Frauen. Auf die Namen hatte sich die rot-grüne Koalition vorab geeinigt. „Wir hatten die anderen Fraktionen mündlich und per Mail eingeladen, uns ihre Favoriten mitzuteilen. Davon haben nicht alle Fraktionen Gebrauch gemacht“, sagte Kegat.
Die Langenhornerin Annie Kienast (1897-1984) wurde bereits im Juli im Wochenblatt vorgestellt.
Ursula de Boor (1915-2001) war Kinderärztin im UKE und Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose Hamburg. Nach ihrer Verhaftung 1943 durchlief sie mehrere Haftanstalten und landete schließlich in Bayreuth. Der Hamburger Volksgerichtshof verhandelte gegen de Boor in Abwesenheit noch am 19. April 1945 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ – doch sie war schon fünf Tage zuvor von US-Truppen aus dem Gefängnis in Bayreuth befreit worden. (bcb)
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