Neujahrsempfang in Langenhorn

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Katharina Fegebank (Mitte) war sichtlich beeindruckt von der Erfolgsstory von Human Gafarzade (r.) und seiner Frau Monika (l.) Foto: fjk
 
Human Gafarzade informiert Hausmeister Henrik Schmidt über die Vorzüge eines modernen Feuerlöschers Foto: fjk

Human Gafarzades Lebensweg beeindruckt auf interreligiösen Veranstaltung des Bürgerschaftsabgeordneten Gulfam Malik

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Human Garfarzade war zu Gast beim multikulturellen und interreligiösen Neujahrsempfangs des Bürgerschaftsabgeordneten Gulfam Malik in Langenhorn. Mit seiner Geschichte beeindruckte er auch Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin. Human Gafarzade wurde 1984 in der iranischen Millionenstadt Täbris geboren. „Meine Frau Monika ist christliche Armenierin.“ Als Angehörige dieser Volksgruppe, ohnehin im Iran in einer schlechten Position, sei die tägliche Diskriminierung, die sie als Christin erleben müsse, unerträglich. „Dabei ist der Kopftuchzwang, auch für Christinnen, noch zu vernachlässigen!“ Trotz aller äußeren Widerstände waren der Muslim Human Gafarzade und seine christliche, armenische Freundin Monika heimlich schon lange ein Paar. Doch Heirat war ausgeschlossen – es sei denn, die Ehefrau würde den Glauben derjenigen annehmen, die Armenier diskriminieren und Christen verfolgen. Keine gute Lösung für das junge Paar. Human Gafarzade, in Teheran im Bereich Feuerlöschtechnik erfolgreich tätig, beschloss gemeinsam mit seiner Partnerin einen riskanten Schritt ins Ungewisse zu tun. „Wir wollten nicht, dass unsere Kinder einmal in so einem System aufwachsen müssen, wir suchten trotz aller Risiken Freiheit für sie und für uns“, berichtet Gafarzade. Seit drei Jahren leben sie nun in Deutschland, ihre kleine Christina ist eine „Hamburger Deern“. Seit über einem Jahr arbeitet der Iraner bei einer renommierten, deutschlandweit vertretenen Firma in seiner Branche. Dieser Schritt sei nicht gerade leicht gewesen. „Leicht war das nicht – aber ich hatte immer das Gefühl‚ hier kann ich etwas schaffen, auch wenn es nicht immer rosig aussah. Mir sind in Deutschland immer wieder Menschen begegnet, die mich ernst genommen haben. Das gilt für Behörden und auch für mein privates Umfeld. Ich habe mich reingehängt und versucht, möglichst schnell und gut die deutsche Sprache zu erlernen. Auch bei der Suche nach einer eigenen Wohnung hatte ich nach 56 vergeblichen Anläufen Erfolg. Wir wohnen nun in einer schönen Genossenschaftswohnung in Langenhorn.“

Das ganz große Los


„Das ganz große Los aber habe ich mit meinem Arbeitgeber gezogen. Dort absolvierte ich ein zunächst auf einen Monat angelegtes und dann auf drei Monate ausgedehntes Praktikum. Dabei habe ich sehr viel gelernt“, so Gafarzade. Das habe allerdings seinen Preis. Ohne eigenes Auto bringen die wechselnden Arbeitsschwerpunkte im Großraum Hamburg oft extrem frühes Aufstehen und sehr lange Arbeitstage mit sich. Dann sei die junge Frau oft allein gewesen. In der Zeit habe Gafarzade den öffentlichen Nahverkehr in Hamburg bestens kennengelernt – aber auch sein Arbeitgeber ihn. Ergebnis war das Angebot, ein „normales“ Arbeitsverhältnis aufzunehmen. Nach Klärung einiger nicht unwichtiger Rahmenbedingungen mit Behörden und Jobcenter, klappte das. Bestanden wurden ebenso praktische und theoretische Prüfungen, die zur selbstständigen Tätigkeit zwingend erforderlich sind. Nun ist die junge Familie dort angelangt, wo sie hin wollte: Tochter Christina ist in der Kita, Mutter Monika intensiviert in dieser Zeit ihren Deutschunterricht und Human Gafarzade arbeitet, zahlt Steuern und kann seine kleine Familie ohne staatliche Unterstützung allein ernähren.
„Es gibt weitere Ziele, wir möchten in dem Land, das uns aufgenommen hat und in dem unser Kind geboren wurde, ganz zuhause sein. Wir möchten Deutsche werden – unsere deutschen Freunde finden auch, dass das eine gute Idee ist!“
Auch Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, sieht das so. Als ihr beim Langenhorner Neujahrsempfang das junge Paar über seinen Werdegang berichtete, sagte sie spontan: „Schön, dass Sie da sind. Menschen wie Sie brauchen wir in Deutschland!“

Marktplatz der Begegnungen


Die Handelskammer Hamburg sowie die Bundesagentur für Arbeit laden erneut zum „Marktplatz der Begegnungen“ ein. Ziel der Veranstaltung ist es, beiden Seiten – Flüchtlingen und Arbeitgebern – eine Plattform für gegenseitiges Kennenlernen zu geben. Angesprochen sind volljährige, nicht schulpflichtige Migranten. Erste deutsche schriftsprachliche Kenntnisse oder gute Englischkenntnisse sind wünschenswert. Die Begleitung von Hilfestellern ist ausdrücklich erbeten.

Mittwoch, 9.30 bis 12.30 Uhr im Börsensaal der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, „Markt der Begegnungen“. Anmeldungen per Mail: ausbildungsberatung@hk24.de. Weiter Infos: Handelskammer Hamburg
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