Norderstedter erhält Verdienstorgen von Gauck

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Eddy Münch in seinem zweiten Wohnzimmer, dem Plambeck-Stadion Foto: Jenjahn

Eberhard Münch wird vom Bundespräsidenten für sein Engagement im Sportbereich geehrt

Von Olaf Jenjahn
Norderstedt
Unter Sportlern gilt das „Du“. Auch Eberhard „Eddy“ Münch ist da sehr locker: Egal ob Spieler, Funktionäre, Fans oder Journalisten – der Umgangston ist eher unkompliziert gehalten. Doch am Montag blieb auch er beim „Sie“, als der Norderstedter im Schloss Bellevue von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. „Ein beeindruckender Moment, ich habe mich sehr gefreut, den Mann einmal kennenzulernen“, sagt Münch, der eigentlich nur Eddy genannt wird.

Große Anerkennung

Nach der Ehrung durch Gauck, bei der im Übrigen auch Sänger Roland Kaiser ausgezeichnet wurde, gab es in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein noch einen Empfang, ehe es wieder nach Hause ging. „Schon am heutigen Mittwoch muss ich in Frankfurt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu einer Sicherheitstagung sein“, sagt Münch. Fußball ist das große Steckenpferd von Eddy Münch. Und aus dieser „Ecke“ wurde er auch für die hohe Ehrung vorgeschlagen: „Wer das war, weiß ich gar nicht“, sagt der 71-Jährige: „Für mich ist das wirklich eine sehr große Anerkennung. Aber eigentlich hat jeder, der in einem Ehrenamt tätig ist, diese Ehrung verdient“. Die Gesellschaft lebe vom Ehrenamt, welches nicht hoch genug angesehen werden kann, ist sich Münch sicher. „Und gerade im Fußball ist die soziale Seite enorm wichtig“, fügt Eddy Münch hinzu.

Anerkannte Gewaltpräventionsmodell

Im Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes war Münch als „Beauftragter für soziale Entwicklung“ tätig und entwickelte das bundesweit anerkannte Gewaltpräventionsmodell „Schleswig-Holstein kickt fair“. Dem DFB dient dieses Projekt als Master für soziale Aufgaben der Landesverbände. Heute ist er Ehrenmitglied des Verbandes und „nur“ noch Sicherheitsbeauftragter.
50 Jahre ist Eddy Münch im Fußball aktiv. „Als Kicker habe ich mir zweimal das Bein gebrochen. Irgendwer meinte dann, wenn ich zu blöd sei, Fußball zu spielen, solle ich es als Schiedsrichter versuchen“, erzählt Münch launig. Gesagt, getan. Die Rückendeckung der Familie war ihm stets sicher. Die Schiedsrichterei begleitete Münch viele Jahre. Auch hier legte er Wert auf einen lockeren Umgangston. „Ich sagte einmal einem Spieler sinngemäß, dass er zu dämlich sei, das Tor zu treffen. Daraufhin beschwerte sich der junge Mann bei seinem Trainer. Der aber sagte nur: ‚Na und, der hat doch recht‘. So etwas ist in der heutigen Zeit leider nicht mehr möglich“, findet Münch. Der Fußball habe sich verändert, oftmals fehle der Spaß am Sport, rücken andere Interessen in den Vordergrund.

Fast jedes Wochenende unterwegs

Münch ist seit geraumer Zeit für den DFB in der Sicherheitskommission tätig. Fast jedes Wochenende ist er in den drei großen deutschen Ligen unterwegs und steht den Vereinen bei der Durchsetzung der Sicherheitsvorgaben zur Seite. Auch wenn ihm diese Arbeit Freude bereitet, kommt die eigentliche Liebe zum Fußball viel zu kurz. Deshalb freut sich Eddy Münch auch immer, wenn er im Edmund-Plambeck-Stadion den Kickern von Eintracht Norderstedt zuschauen darf: „Dieses Schmuckkästchen ist mein zweites Wohnzimmer, hier ist es schön“, sagt er.
Münch ist Gründungsmitglied, war jahrelang Vizepräsident und Geschäftsführer des Vereins. Heute ist er als Sponsoring-Koordinator aktiv. Höhepunkt war der Sieg im Hamburger Pokal-Wettbewerb im Mai diesen Jahres, wodurch sich Eintracht für die 1. Runde des DFB-Pokals qualifizieren konnte. In der Regionalliga hat sich die Eintracht nach dem Trainerwechsel „berappelt“. „In diesem Jahr könnten viele Mannschaften aus den oberen Ligen absteigen, da muss Eintracht in der Regionalliga noch ordentlich nachlegen. Es ist ein langer Weg zum Klassenerhalt“, ahnt Eddy Münch. Und an den glaubt der Fußballfunktionär. Schließlich will er in seinem zweiten Wohnzimmer auch weiterhin guten Fußball schauen: „Hier kann ich einfach nur Fan sein, eine Bratwurst essen, ein Bier trinken, Fußball schauen und auch mal auf den Schiedsrichter schimpfen“, sagt er lachend.
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