Parkplatz als Wohnraum

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Dreistöckig in Containern – der einstige P & RParkplatz am Kiwittsmoor ist nun „Heimat“ für Flüchtlinge Foto: Krause

Flüchtlingsunterkunft Kiwittsmoor bietet Schutz für 600 Hilfesuchende

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Drei Wohncontainer übereinander – inzwischen ist der ehemalige Parkplatz dicht „bebaut“ und noch immer sind die Handwerker dabei, der Wohnanlage den letzten Schliff zu geben. Die bestellte Transformatorenstation soll jetzt bis Mitte Januar geliefert werden und in Betrieb gehen, um damit auch die für Bewohner und Anwohner störende Geräuschproblematik der mobilen Stromerzeugung zu erledigen. Während des laufenden Baubetriebs ist inzwischen die Belegung mit aktuell 420 Menschen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Irak, Iran, Serbien, Mazedonien, Somalia und anderen Herkunftsländern bis zur Planzahl von 600 zu 70 Prozent erfolgt. „Ich kann definitiv nicht sagen wann Neuzugänge kommen und auf wie viele Menschen wir uns jeweils einstellen müssen“, erklärt Martina Gosch, die die Leitung des Unterkunftsmanagements inzwischen an Linda Damhuis abgegeben hat. Froh ist sie, dass es sehr viele Langenhorner gibt, die für die Asylbewerber vom Kitittsmoor da sein wollen. Es haben sich dabei schon sehr konkrete Aufgabenfelder ergeben, die bereits aktiv angegangen werden. „Wir verfügen zwar seit Mitte Dezember in der Einrichtung über zwei Gemeinschaftsräume“, erläutert Gosch die weitere Entwicklung, „doch noch wichtiger ist mir, dass die Flüchtlinge und ihre Unterstützer im Stadtteil Räumlichkeiten erhalten. Kleine Wege können wesentlich mit dazu beitragen, sich Schritt für Schritt die fremde Umgebung zu erschließen.“ In diesem Sinn ist es nur folgerichtig, dass es am Kiwittsmoor keine Kleiderkammer gibt: „Wir arbeiten da erfolgreich mit der Kleiderkammer im Jugendpark zusammen.“
Deshalb die große Bitte an die Langenhorner: „Da wir hier nicht darauf eingerichtet sind, bringen Sie bitte keine Kleider- und sonstige Sachspenden vorbei oder stellen sie einfach vor der Einrichtung ab.“ Während etliche Aufgabenfelder bereits gut besetzt sind, ist die Nachfrage nach der Begleitung zu Ämtern nicht ausreichend gedeckt: „Unsere überwiegend jüngeren Bewohner benötigen niemanden, der ihre Habseligkeiten für sie ins Zimmer trägt – aber Assistenz bei Behördengängen und Verständnishilfe bei behördlichen Schriftsätzen, das können fast alle sehr gut gebrauchen.“ Ebenfalls wichtig ist das Erlernen der deutschen Sprache. Es dauere teilweise etliche Monate, bis Flüchtlinge für Deutschkurse staatliche Mittel bewilligt bekommen.

Weitere Infos unter 0176/428 53 480. Nächster Runder Tisch: Donnerstag, 14. Januar, 17.30 Uhr, Schröderstift, Kapelle, Kiwittsmoor 26
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