Plattdeutsche Buchmesse mit 100 Neuerscheinungen

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Ulrike Möller mit dem „Buch des Jahres“ und Paul Keller, Vorstandschef der Carl-Toepfer-Stiftung Foto: to

Plattdüütsch war einst war Amtssprache in Hamburg

Hamburg Hamburger Hafenarbeiter nahmen Kaffeeteng und Brotbüddel mit zur Arbeit, erzählten ihre Döntjes beim Lütt un Lütt in der Kneipe. Plattdeutsch war Amtssprache in Hamburg, und prägte über viele Jahrhunderte die Kultur der Stadt. Heute schnacken immerhin noch 100.000 Hamburger im Alltag platt. Um die plattdeutsche Sprache zu erhalten, wurde im April erstmalig der 1. Hamborger Plattdüütsch Dag veranstaltet. Mehr als 30 Führungen, Lesungen, Andachten, Vorträge, Workshops und Kurse gab es. Doch bereits seit 1998 gibt es die Plattdeutsche Buchmesse, in deren Rahmen auf Autoren und weitere Produktionen aufmerksam gemacht werden soll, die dafür sorgen, das Plattdeutsche im gesamten norddeutschen Sprachraum lebendig zu erhalten. Etwa 100 Neuerscheinungen werden im Rahmen der 19. Plattdeutschen Buchmessevorgestellt, die die Carl-Toepfer-Stiftung am Wochenende (5. und 6. November) im Lichtwarksaal (Neanderstraße 22) und der Niederdeutschen Bibliothek (Peterstraße 36/Ecke Hütten) veranstaltet. Die Besucher können „kieken, hören un köpen“. Lesungen und Gespräche mit den Autoren komplettieren das Programm – am Sonnabend von 11 bis 18 Uhr, am Sonntag bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. In diesem Jahr werden im Rahmen der Messe nicht nur Bücher angeboten, sondern zur Eröffnung auch der gesamte plattdeutsche Buchmarkt unter die Lupe genommen: Carola Markwa, Geschäftsführerin im Börsenverein des deutschen Buchhandels (Nord), erläutert diesen speziellen Buchmarkt. Zu den Höhepunkten zählt die Verleihung des Preises für das „Plattdeutsche Buch des Jahres“. Diese Auszeichnung geht an Hermann May aus Meppen (Emsland) für sein Buch „hüügen un haefst“ mit lyrischen Texten und Kurzprosa in Hümmlinger Platt. Im Angebot ist die pralle Vielfalt: von Büchern von Schulkindern für Schulkinder, Comics, Geschichtliches, Kalender, CDs und Hörbücher sowie natürlich Krimis op Platt. Ulrike Möller, Chefin der Niederdeutschen Bibliothek: „Plattdeutsch ist mehr als die Döntjes-Ecke. Platt lebt und hat Zukunft.“ (to)

Programm: 5. November: Ab 11 Uhr: Eröffnung, Vortrag „Der plattdeutsche Büchermarkt – (k)ein Thema? von Carola Markwa, Auszeichnung „Plattdeutsches Buch des Jahres“. 6. November: 10 Uhr: Evangelische Messe op Platt im Michel mit Pastorin Annette Sandig, 16 Uhr: Konzert mit Gerrit Hoss – „Unplugged op Platt“

Weitere Infos: Plattdeutsche Buchmesse
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1 Kommentar
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Clemens Ratte-Polle aus Wandsbek | 01.11.2016 | 23:39  
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