Süderschule als Unterkunft

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LEB-Geschäftsführer Klaus-Dieter ist für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge zuständig Foto: Haas

Baufälliges Haus wird reaktiviert. Bezug im April 2016. Nutzung für 10 Jahre

Langenhorn Etwa 30 Besucher blieben nach der anstrengenden Diskussion über den Standort Grellkamp (siehe Bericht in der vergangenen Woche) in der Ansgarkirche und informierten sich über die künftige Nutzung der Süderschule an der Langenhorner Chaussee.
Ab April 2016 soll sie nach technischer Ertüchtigung und Renovierung 77 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Mehr-Bett-Zimmern beherbergen. Sie dient dem Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB) als Erstversorgungseinrichtung. „Die meisten Flüchtlinge sind 15 bis 17 Jahre alt, kommen ohne Eltern oder diese gelten derzeit als vermisst“, informierte LEB-Geschäftsführer Klaus-Dieter Müller. Esseien zu 90 Prozent Jungen. Rund ein Drittel floh aus Afghanistan, ebenso viele aus dem nördlichen Afrika, zumeist aus der Krisenregion Eritrea. Eine steigende Zahl komme aus Syrien, Palästina, Iran und Irak. Mit rund 1.800 Minderjährigen rechnet Müller in diesem Jahr.

Vormund wird gestellt


Bei Ankunft in der Erstaufnahme beim Kinder- und Jugendnotdienst Feuerbergstraße bekommen sie einen amtlichen Vormund. Oft krank oder verletzt, brauchen sie zunächst ärztliche Versorgung. Anschließend kommen die Jugendlichen für rund acht Monate in eine der 14 Hamburger Einrichtungen der Erstversorgung unter, wo sie weiter betreut und begleitet werden, um Perspektiven zu entwickeln. Mit wöchentlich 52 Euro Taschengeld besuchen die schulpflichtigen Jugendlichen zuerst Deutschkurse und möglichst bald die Schule. Krieg, Not und Elend gerade entkommen, sei oft auch eine Traumatherapie notwendig. In der Regel würden die Hilfen sowie Schul- und Berufsausbildung gut angenommen, die sie als 21-Jährige abschließen, berichtete Müller von Beispielen gelungener Integration.
Frühere Vorkommnisse um auffällige Jugendliche aus der Feuerbergstraße seien inzwischen bewältigt, sagte Müller in der Diskussion. Die Unterbringung in Pflegefamilien biete für diese Altersgruppe keine Option, wohl aber ehrenamtliche Patenschaften für die Teenager als sinnvolle Ergänzung der Betreuung durch das Jugendamt.
Da die Süderschule in der Einflugschneise liegt, können dort keinen Wohnungen gebaut werden. „Daher planen wir eine Nutzungsdauer von zehn Jahren“, so Müller. (wh)
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