Unter Palmen im Stadtteil

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Ein Leben unter Palmen: Angela und Mario Meier Foto: blu

In einem Garten am Tarpenstieg trotzen tropische Pflanzen Hamburgs Klima

Von Claudia Blume
Langenhorn
Spaziergänger am Tarpenstieg trauen oft ihren Augen nicht, wenn sie an Mario Meiers Garten vorbeikommen. Statt üblichem Rhododendron, Buchs und Apfelbaum wachsen bei dem Langenhorner nämlich große Hanfpalmen, Yuccas und Bananen. In den Beeten findet sich statt bunter Blumenstauden eine Vielzahl von Kakteen und Opuntien, „die ebenfalls wunderbare Blüten zeigen“, wie der 48-Jährige versichert. Die mediterranen und tropischen Pflanzen an sich sind schon etwas Besonderes, doch die meisten von ihnen gedeihen nicht etwa in Töpfen und Kübeln, sondern im grasbewachsenen Erdboden. Vor acht Jahren wagte Mario Meier einen Teil der filigranen Gewächse auszupflanzen. „Es gab zwar Rückschläge, aber aus denen habe ich gelernt.“

Ans Wetter angepasst


Yuccas zum Beispiel mögen keine dauernassen Füße, daher kommen seitdem Bims und Granulat als Drainage ins Pflanzloch. Über 300 Pflanzen gedeihen prächtig in Meiers Garten, darunter chilenische Honigpalmen und kanarische Dattelpalmen, sogar wertvolle Raritäten wie eine mexikanische Yucca, die auf der Artenschutzliste steht. „Manches Tropengewächshaus wäre froh ein Exemplar zu haben, ich habe gleich drei Stück“, sagt Meier nicht ohne Stolz. Der gelernte Schlosser war schon als Kind von seltenen Pflanzen begeistert. Im Urlaub wurden in den Alpen Enzian und Edelweiß ausgebuddelt und am Gardasee Saatgut von Palmen eingesteckt, um in Barmbek in Balkonkästen eingepflanzt zu werden. Seit Mario Meier 1992 mit seiner Frau Angela in den Tarpenstieg zog, hat sich seine „Versuchsfläche“ deutlich vergrößert. Seit drei Jahren experimentiert er eifrig und züchtet unter anderem frostresistente Yucca-Hybriden, die auch mit nassen Hamburg-Sommern klarkommen. An der Terrasse präsentiert er seine Schützlinge, „ein Kindergarten in Töpfen“, sagt der kräftige Mann und lacht. Wenig Arbeit habe er mit den Pflanzen, müsse kaum wässern, Dünger bräuchte es auch nicht.
Vlieshauben schützen. Nur wenn es richtig kalt wird, muss er mindestens an einem Wochenende kräftig anpacken und den Garten und seine Bewohner winterfest machen. Bei Temperaturen ab sechs Grad Celsius ziehen die Kübelpflanzen in den beheizbaren Schuppen und die sonnenliebenden Yuccas, Palmen und Bananen werden in Vlieshauben eingehüllt und jeweils mit einem Heizkabel aus dem Aquaristikbedarf versehen. „Im Winter dominiert eine bizarre Geisterparade unseren Garten“, sagt Meier augenzwinkernd – auch ein Hingucker für vorbeikommende Spaziergänger. (blu)
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