Viele Einsätze durch Fehlalarm verursacht

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Dirk Hallbauer wurde zum Brandmeister und Carsten Fröhling, Nils Haessler und Florian Behrmann (v.l.) jeweils zu Oberlöschmeistern befördert Foto: Fuchs

Freiwillige Feuerwehr Norderstedt zog Bilanz. „Heimrauchmelder retten Leben“

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Das Essen dauerte fast länger als die ganze Versammlung. Mit Nudeln und Rindergulasch stärkten sich die 136 anwesenden der 272 Mitglieder der vier Norderstedter Statteilwehren und zahlreiche Gäste aus Politik und Nachbarwehren, während der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Glashütte ein zünftiges Konzert in der Fahrzeughalle des Feuertechnischen Zentrums an der Stormarnstraße gab, wo jetzt Bänke und Tische statt der Fahrzeuge standen. Als alle satt zu sein schienen, eröffnete Gemeindewehrführer Norbert Berg die Hauptversammlung mit seinem Jahresbericht. Demnach mussten die Norderstedter Wehren voriges Jahr zu 769 Einsätzen ausrücken, 67 mehr als im Jahr davor. 310 Feuer galt es zu löschen, zu 459 Hilfeleistungen wurden sie gerufen und 96-mal waren sie im Einsatz für den vorbeugenden Brandschutz. 105 Menschen konnten dabei gerettet werden, führte der Hauptbrandmeister aus. 106-mal mussten die Wehrkräfte Notfalldienste für meist alte Menschen in lebensbedrohlichen Situationen leisten. „Eine besorgniserregend hohe Zahl“, befand Berg und appellierte „an die Risikogruppen, sich das vielfältige Betreuungsangebot durch Pflegedienste oder Notrufsysteme zu Nutze zu machen und damit ausreichend Vorsorge zu treffen.“ Auffällig an den 310 Brandmeldeeinsätzen ist, dass 192 (62 Prozent) aus Fehlalarmen resultieren. Nur 14 davon waren böswilliger Natur, für die die Anrufer haftbar gemacht werden können. 80-mal waren es Brandmeldeanlagen, die nicht richtig funktionierten, und 86-mal lösten Heimrauchmelder fälschlich Feuerwehreinsätze aus, erklärte Bergs Stellvertreter Niels Ole Japp. Die Wehren würden dann in der Regel mit zwei Löschfahrzeugen quasi umsonst ausrücken. „Aber wenn wir dadurch nur einen Menschen retten können, hat sich der Einsatz gelohnt.“ Diese Alarmierungen dürfe man nie unterschätzen, betonte Gemeindewehrführer Berg. Denn immer mehr Heimrauchmelder würden tatsächliche Brände melden. „Wir finden dann oft Menschen vor, die durch Alkohol beeinträchtigt sind“, sagte Berg und betonte: „Heimrauchmelder retten Leben.“ Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote lobte in seinem Grußwort, dass die vier Freiwilligen Wehren mit ihrer „Professionalität und Verlässlichkeit für die Sicherheit der Menschen in Norderstedt sorgen“. Mit ihrem Einsatz für das Leben anderer würden sie zudem den Gemeinschaftswillen stärken und einen wichtigen Kontrapunkt gegen die Werteverschiebung der Gesellschaft zu einer steigenden Ich-Bezogenheit setzen. „Die Menschen in Norderstedt, Verwaltung und Politik haben volles Vertrauen in Sie. Kommen Sie immer heil und gesund von ihren Einsätzen zurück!“
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