Wenn Bienen um Preise ringen

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Michele und Nadine (v.l.) wollen an der Kurt-Schumacher-Schule ein „Klassenzimmer im Grünen“ errichten Foto: Nowatzky

Joachim Herz Stiftung lobt Wettbewerb für engagierte Projekte aus. Motto: „Lernen in Langenhorn“

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn
Ringen und Raufen, Honigvölker in der KiTa und ein Klassenzimmer im Grünen sind die Gewinner des zweiten Wettbewerbes „Lernen in Langenhorn“ der Joachim Herz Stiftung. Die Stiftung schreibt den Preis an ihrem Standort in Langenhorn zweimal jährlich aus und will im Forum auf dem 2015 eröffneten neu gestalteten Stiftungsgelände Bildungsprojekte im Stadtteil fördern. Andrea Pauline Martin, stellvertretende Vorsitzende der Stiftung, übergab gemeinsam mit Bezirkschef Harald Rösler als Jury-Mitglied die jeweils mit 2.500 Euro dotierten Preise. Rösler nannte den Wettbewerb ein „Privileg für Langenhorn“. Und im Gegensatz zu anderen Wettbewerben, wie städtebaulichen, wisse er hier, dass die ausgezeichneten Projekte auch in die Praxis umgesetzt werden. Dafür wollen diesmal drei Damen sorgen. „Kurioserweise sind diesmal alle Preisträger weiblich“, schmunzelte Martin. „Wir hatten auch männliche Bewerber, aber die Damen hatten die Nase vorn.“ Katja Deska will mit ihren KiTa-Schlaufüchsen das Projekt „Die Honigbiene“ starten. Der Wald- und Naturkindergarten hat nicht nur mit der Idee, gemeinsam mit den Kindern zwei Bienenvölker zu beobachten und zu betreuen begeistert, sondern mit weiteren naturnahen Projekten. Zweite Preisträgerin ist Laura Strohwald. Die Erzieherin an der Schule Krohnstieg brachte das Projekt „Ringen und Raufen“ auf den Weg. „Wir hatten viele Meinungsverschiedenheiten auf dem Schulhof. Aber wegen der sprachlichen Barriere der Kinder der Basisklassen und der Internationalen Vorbereitungsklassen sind das schnell Raufereien“, erzählt sie. Mit drei jungen Sport-pädagogen und zwei Kulturmittlern will die Schule jetzt ein anderes Ventil für Aggressionen schaffen. „Dabei kommt jeder mal in die Rolle des Stärkeren oder Schwächeren“, erklärt Strohwald. Das Projekt läuft ab sofort bis zu den Sommerferien, wenn möglich, soll es auch auf die Regelklassen ausgedehnt werden. Die jüngsten Preisträgerinnen sind Nadine Gemsa (17) und Michele Gossow (19) von der Kurt-Schumacher-Schule Langenhorn. Obwohl sie gerade mitten in den Abiturprüfungen stecken, wollen die beiden Schülerinnen der 13. Klasse ihrem Nachhaltigkeitsprojekt auf dem Reisbrett jetzt Taten folgen lassen. Mit den 2.500 Euro soll ein Grünes Klassenzimmer gemeinsam mit Flüchtlingen eingerichtet und gepflegt werden. Mit Gemüsebeet, Bänken und Flipchart soll hier zukünftig auch regulärer Unterricht stattfinden. Jurymitglied und Projektmanagerin Anja Gossens lobte besonders die Idee, den Garten gemeinsam zu pflegen. Die Langfristigkeit des Projektes habe die Jury überzeugt. Langfristig soll auch das Engagement der Stiftung in Langenhorn sein. Jurymitglied Rösler: „Der Wettbewerb ist auf dem Weg, eine Marke zu werden, die für anspruchsvolle Projektarbeit steht.“
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