Wer erinnert sich an Gottfried Kuhlee?

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Eines der letzten Fotos von Gottfried Kuhlee Foto: privat

Seine Tochter ist verzweifelt auf Spurensuche nach ihrem Vater, der lange Zeit in Langenhorn lebte. Wer kann helfen?

Von Thomas Oldach
Langenhorn
Beatrice Kleinholz ist verzweifelt. Sie ist auf der Suche nach den Spuren, dem Leben ihres Vaters, der bereits 1982 bei einem Verkehrsunfall in Hamburg ums Leben kam und zuletzt in Langenhorn gewohnt hat. Können Leser des Hamburger Wochenblatts der heute 45-jährigen Tochter helfen? Es ist eine deutsch-deutsche Geschichte, die auch Jahre nach der Wiedervereinigung noch bewegt. Gottfried Kuhlee wurde 1950 geboren, stammte aus Bluno in der Lausitz in Sachsen. 1970 heiratete er. 1971 wurde die Tochter Beatrice geboren. 1975 wurde die Ehe geschieden. 1979 dann der erste Fluchtversuch. Denn Kuhlee konnte das DDR-Regime nicht mehr ertragen. Die Flucht scheiterte. Doch schon Ende des Jahres wurde er im Rahmen einer Amnestie zum 30. Geburtstags des „Arbeiter- und Bauernstaates“ aus der Haft entlassen. 1980 dann der zweite Fluchtversuch – der ebenso scheiterte. Wieder ging es ins Gefängnis. Ein Jahr später der „Freikauf“ durch die Bundesrepublik. All das hat Beatrice Kleinholz inzwischen herausgefunden: „Doch ich habe meinen Vater das letzte Mal gesehen, als ich etwa vier Jahre alt war“. Deshalb ist sie bereits seit Jahren auf der Suche nach den Spuren von Gottfried Kuhlee.

Zuletzt gewohnt in Langenhorn

Und die verlieren sich in Langenhorn. Dort hatte er nach einem kurzen Aufenthalt im Aufnahmelager Gießen gewohnt. Zuerst im April und Mai 1981 im Hotel Krohn, Fuhlsbüttler Straße 759, dann bis Oktober 1982 im Saga-Wohnhaus, Sandfoort 37. Am 18. Oktober 1982 dann der schreckliche Unfall: Gottfried Kuhlee wurde als Fußgänger von einem Auto erfasst und starb an den Folgen seiner Verletzungen. Über den Tod ihres Vaters erfahren hat die Familie durch einen Brief aus Hamburg: „Ich kann mich noch an den Absender erinnern: Es war Ruth Weber“, sagt Beatrice Kleinholz: „Aber mehr weiß ich nicht.“ Die heute verheiratete Mutter von zwei Mädchen (13 und fünf Jahre alt) wohnt inzwischen in der Eifel nahe Adenau. Sie verließ mit 17 kurz vor der Wende im September 1989 nach einem Ausreiseantrag („gegen eine Gebühr von 30 DDR-Mark“) die DDR. Der Bruder hatte sich vorher über die ungarische Grenze „verabschiedet“, die Mutter war nach einem „Westbesuch“ bei der 98 Jahre alten Oma im Februar 1989 nicht zurückgekehrt.

Tochter findet keinen Frieden

Auch heute, mehr als 30 Jahre nach dem Tod des Vaters, findet die 45-Jährige keine Ruhe: „Ich möchte einfach mehr über meinen Vater wissen, wie er zuletzt gelebt hat. Ich bin seine Tochter, und habe so wenig Zeit mit ihm gehabt. Nicht nur das ist und bleibt für mich ein Trauma.“ In diesem Zusammenhang hat sie bereits Behörden und Wohnungsbaugesellschaft kontaktiert, im Internet recherchiert. Doch ohne wirklich zielführende Ergebnisse.

Deshalb sind jetzt die Leserinnen und Leser des Hamburger Wochenblatts
gefragt: Wer kann sich an Gottfried Kuhlee erinnern? Kann mehr über sein Leben in und um Langenhorn berichten? Infos bitte per E-Mail an wbv.redaktion@hamburger-wochenblatt.de oder unter Telefon 040 / 5544 727 33
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