Richtiger Riecher gefragt

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Zollamtsinspektorin Ute Tödt bei der Arbeit. Sie spürt gemeinsam mit Labrador Freddy Drogen auf Foto: ks

Hamburger Zollämter präsentierten Erfolge ihrer Arbeit

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg
„Freddy“ war der Star auf der Veranstaltung. Zielsicher schnüffelte er sich durch eine Reihe von Koffern – beim fünften wurde der neunjährige Labradorrüde schließlich fündig und schlug an – er hatte das Gepäckstück mit dem Rauschgift gefunden. Mit dieser eindrucksvollen Vorführung während der Jahrespressekonferenz der Hamburger Zollämter demonstrierte Freddy – einer von 15 Diensthunden – wie wertvoll seine feine Nase bei der Bekämpfung der Drogen-Kriminalität ist. Und er hat damit zur erfolgreichen Arbeit der rund 2.400 Beschäftigten in den vier Hamburger Zolldienststellen im vergangenen Jahr beigetragen. Ein Schwerpunkt am Flughafen Fuhlsbüttel war dabei die Sicherstellung von Marihuana (30 Kilo), Kath (192 Kilo) sowie Opium und Methadon. Eine steigende Tendenz zeigte auch der Schmuggel von Goldschmuck und hochwertigen Luxus-Uhren. Als absolute Besonderheit sind geschmuggelte Kulturgüter aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgefallen – 819 Stück Münzen, Totenmasken und Bronzefiguren. Rund 15,6 Millionen Passagiere zählte der Flughafen im vergangenen Jahr. Knapp 50.000 von ihnen wurden kontrolliert. 2.648 Personen hatten gegen Zollbestimmungen verstoßen. So eine Dame, die mit einem teuren Pelzmantel einreiste. Dieser Mantel bestand allerdings aus vier Wolfspelzen und stellte damit eindeutig ein Verstoß gegen den Artenschutz dar.
1.039 Mitarbeiter sind allein im größten Zollamt Hamburg-Hafen beschäftigt. Sie erwirtschafteten annähernd 8,5 Milliarden Euro an Zöllen und Einfuhr-Umsatzsteuer. Die Zolleinnahmen machten mit 1,26 Milliarden Euro ein Viertel der gesamten bundesdeutschen Zolleinnahmen aus. Natürlich ist der Hafen auch eine Drehscheibe für Schmuggler der verschiedensten Art. So stellten die Beamten in 452 Fällen Plagiate wie Kleidung, Spielzeug und Parfum mit einem Gesamtwert von 29 Millionen Euro sicher. Beschlagnahmt wurde auch ein kompletter Tankcontainer mit 24.700 Liter gefälschtem Tequila. Im Oktober fiel den Zöllnern eine Sendung mit 6.000 Laserpointern auf, deren Leistung weit über den gesetzlichen Obergrenzen lag. Diese Laserpointer waren als „Schlüsselanhänger mit Lichtfunktion“ deklariert, könnten sogar Verletzungen der Augen verursachen. Erfolg auch bei der Drogensuche: 54 Kilo Kokain, 45 Kilo Marihuana und 16 Kilo Opium stellten die Beamten sicher. Die Aufgaben des Zolls sind vielfertig. So ist er für die Bearbeitung und Einziehung der Kfz-Steuer ebenso zuständig wie für die stichprobenartige Kontrolle der Passagiere auf den Kreuzfahrtschiffen. Mit
100 Beschäftigten versuchten die Zöllner im vergangenen Jahr, Personen im Bereich der Schwarzarbeit aufzuspüren sowie die Einhaltung der Zahlung des Mindestlohns zu überprüfen. In diesem Bereich soll das Personal in nächster Zeit auf 166 Mitarbeiter aufgestockt werden. Schließlich betätigten sich Zollfahnder auch noch als „Cowboys“, als sie bei einem Züchter im Rahmen der Gewinnabschöpfung 81 Rinder beschlagnahmten.
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