Bügel-Irrsinn in Wandsbek?

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Anwohner kritisieren die vielen Baumschutzbügel Foto: Menzel
Hamburg: Ernst-Albers-Straße |

Anwohner kritisiert: Zu viel Stahlrohrschutz für Bäume

Von Siegmund Menzel
Marienthal
Dr. Stefan Völcker wohnt seit 35 Jahren in der Oktaviostraße. Er fühlt sich wohl, mag zum Beispiel die Alleen in dieser Gegend von Marienthal. An der Ecke Ernst-Albers-Straße/Oktaviostraße seien nach den mehr als dreijährigen Straßenbauarbeiten „aus schönen Alleen jedoch Baumkrampenstraßen“ gemacht worden. In einem Brief an die Wochenblatt-Redaktion kritisiert der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie die „vielen hässlichen Bügel“, um Bäume vor parkenden Autos zu schützen. Da wurde „übertrieben“, einige Stahlrohrbügel würden „keinen Sinn machen“, seien „völlig unnötig“. So an Stellen, an denen lediglich etwa ein Meter Platz ist, der nicht einmal für einen Smart reicht, heißt es in dem Schreiben weiter. Möglicherweise seien dadurch sogar Wurzeln der Bäume in Mitleidenschaft gezogen worden.

Anwohner befragen


Derartige Bügel hätten ihn schon immer gestört, sagte Dr. Völcker. Nach den Arbeiten zur Errichtung eines unterirdischen Sielbauwerkes seien auf dem kurzen Abschnitt zwischen Jüthornstraße und Oktaviostraße nochmals mehr als 30 glänzende Bügel hinzugekommen. Die Masse habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Der Mann schlägt vor, dass sich die Verantwortlichen mit Anwohnern vor Ort treffen und das Problem diskutieren. Es gäbe seiner Meinung nach nämlich Alternativen. Man könne die Anzahl der Bügel locker reduzieren, ohne die Bäume durch parkende Autos zu gefährden. „Die Dinger kosten doch auch viel Geld.“ Er verweist zugleich auf Alternativen wie Bepflanzung und große Steine. Auch Holzpfosten wie in der Behrensstraße seien möglich. Auch andere Anwohner würden die vielen Bügel bemängeln, weiß Dr. Völcker. Da habe man wohl die Arbeiter völlig allein gelassen, meinte eine Frau aus der Oktaviostraße, die ihren Namen jedoch nicht nennen wollte. Andere Bürger sprechen im Zusammenhang mit den Bügeln angesichts der großen Menge sarkastisch von „moderner Kunst“.

Flächen schützen


Die Bügel wurden angebracht, um die Flächen vor Falschparkern zu schützen, wie die Pressestelle des Bezirksamtes Wandsbek auf Anfrage mitteilte. In der Oktaviostraße, wo Tempo 30 angeordnet wurde, sei das Parken auf den Nebenflächen verboten, auf der Fahrbahn dagegen nicht nur erlaubt, sondern vor dem Hintergrund der Verkehrsberuhigung nach Angaben des zuständigen Polizeikommissariats 37 erwünscht.
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