Orgel der Wandsbeker Kreuzkirche schimmelt…

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Der Schimmel setzt der Orgel zu Foto: Willi Eckloff, Photonix Hamburg
 
Auch hier bildet sich immer mal wieder Schimmel Foto: Möller
Hamburg: Kedenburgstraße 10 |

Für die Instrumenten- und Innenraumsanierung werden dringend Spenden gesucht. Kosten: 775.000 Euro

Von Christa Möller
Wandsbek
Zum Klavier üben hatte Jürgen Möller als Kind wenig Lust – als er acht Jahre alt war, verkaufte die Mutter das Instrument. Es folgte noch eine Blockflötenepisode sowie die Zeit im Knabenchor des Gymnasiums, dann spielte die Musik keine Rolle mehr in Jürgen Möllers Leben. Aktiv wurde er erst wieder, nachdem ihm seine Frau zum 70. Geburtstag ein originelles Geschenk machte: Er bekam Orgelstunden bei Andreas Fabienke, Kirchenmusiker der Kreuzkirche an der Kedenburgstraße 10 in Wandsbek. Allerdings muss er hier bald eine Pause einlegen, denn das kirchliches Musikinstrument schimmelt. Seit sieben Jahren ist der Rahlstedter Jürgen Möller jetzt schon Orgelschüler des Kirchenmusikers Fabienke, dessen Eleven sogar schon probehalber auf der Orgel im Michel spielen durften, wo Fabienke gelegentlich das Amt des Organisten übernimmt. Auch in der Petrikirche und in Sankt Gertrud an der Mundsburg springt er zeitweise ein. Für seinen Orgelschüler war die Probe im Michel ein besonderes Erlebnis: „Die klangliche Verzögerung hat mich anfangs ziemlich irritiert“, sagt der 77-Jährige. Für den ehemaligen Maschinenbauingenieur sind die Technik und die Möglichkeiten, die eine Orgel bietet, beeindruckend. „Wie ein Orchester“, ergänzt Fabienke und betont: „Es ist ja keine Orgel wie die andere.“

Orgel spielen hält fit

Sowohl für Lehrer als auch Schüler gilt: „Jeder lernt fürs Leben, auch neue Stücke muss man immer wieder erarbeiten“, sagt Andreas Fabienke. Zwölf Semester, das ist die Regelstudienzeit, dauerte sein Studium des Instruments. Seine jüngsten Orgelschüler sind 17, der älteste ist Jürgen Möller. Er ist in seinem Freundeskreis der einzige Orgelspieler, und ein besonders eifriger noch dazu: Viermal die Woche sitzt er an „seiner“ Orgel in der Kreuzkirche und übt. Orgel spielen hält fit, meint der Lehrer, denn Hände und Füße müssen spielen, dann ist da noch die Registrierung und das Notenlesen schließlich fordert den Kopf. Seit 25 Jahren ist Fabienke an der Kreuzkirche und somit dienstältester Kirchenmusiker hier.
Jetzt ist die Kemper-Orgel von 1963, die einst mit den Resten eines Vorgängermodells von Röver von 1910 ausgestattet wurde, in die Jahre gekommen. Die Register quäken, einige Bereiche meidet der Organist vorsichtshalber. Einige Pfeifen sind aus Zinn, andere aus Kupfer oder Holz. Heute erinnern einige Pfeifen an eine Schiffsbegrüßungsanlage. Außerdem macht der Orgel Schimmelbildung durch die Feuchtigkeit der vergangenen Jahre schwer zu schaffen, eine Komplettreinigung ist nötig und die Elektrik muss dringend überholt werden. Dafür muss die Orgel ausgebaut werden. Zukünftig sollen die Klangfarben elektronisch einstellbar sein, die Tastatur bleibt jedoch mechanisch. Das sich der Aufwand für das schöne Instrument lohnt, davon ist der Kirchenmusiker überzeugt.

Kirche muss geräumt werden

Für den zweiten Bauabschnitt samt Orgel- und Innenraumsanierung werden noch dringend Spenden benötigt, allein für die Orgel werden 80.000 Euro veranschlagt. Die Reinigung einer mittleren Pfeife kostet 100, die einer große Pfeife 500 Euro“, wie Pastorin Jil Becker erklärt. Bereits der erste Bauabschnitt zur Kirchensanierung, der 265.000 Euro kostete und unter anderem den Dachstuhl und die Lüftungsautomatik umfasste, war mit Hilfe von Spendern realisiert worden, zur großen Freude des Pastorenteams, das auch jetzt wieder auf Hilfe von Stiftungen, Vereinen, Unternehmen und vor allem von Menschen hofft. Die Gesamtkosten der Sanierung liegen doch immerhin bei 775.000 Euro. Für den zweiten Bauabschnitt wird die Kirche im nächsten Jahr geräumt. „Wir planen im Mai auszuziehen“, sagt Pastor Karl Grieser. Während der Bauzeit weicht die Kirche nach Tonndorf aus. Zum 1. Advent 2017 soll sie wieder in neuem Glanz erstrahlen und dann auch barrierefrei erreichbar sein.

Spendenkonto: Kreuzkirche Wandsbek, IBAN DE40 2005 0550 1340 1276 44,
BIC HASPDEHHXXX
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