Bauer Benno flirtet fremd

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Lustiges Bühnen-Quartett in Aktion: Silke Ehrlich (Haushälterin Lisa, l.), Bianca Kleinschmidt (Trina), Reiner Westphal (Fiete), Georg Sellhorn (Bauer Benno, r.) Foto: blu

Plattdütsche Bühn’ Tangstedt spielt Ingo Sax‘ „Lütte witte Siedenschoh“

Von Claudia Blume
Tangstedt
Hinter der grünen Klöntür eines alten Tangstedter Bauernhauses befindet sich der wohl urigste Theaterraum weit und breit. Eine großzügige Diele dient dem Verein der Plattdütschen Bühn’ Tangstedt als Probebühne für seine Stücke, von denen eines pro Jahr einstudiert wird – und zwar ausnahmslos „op platt“.
Die meisten der 34 aktiven Mitglieder zwischen 20 und 80 Jahren, darunter auch Norderstedts Kulturpreisträgerin Christa Heise-Batt, haben oder hatten fast ausnahmslos Verwandte, die das Idiom beherrschen, pflegen und sprechen.
So wie Bianca Kleinschmidt, deren Großeltern mit ihr als Kind nur „Platt schnackten“. Andere wie Ruth Flachshaar dagegen haben die Mundart extra gelernt, um in der Theatergruppe mitspielen zu können. „Die Sprache hat einen ganz besonderen Charme, den es gilt lebendig zu halten“, sagt die Bargteheiderin. „Sogar Schimpfwörter klingen im Plattdeutschen eher harmlos.“ Gespielt wird seit Abriss der „Wilstedter Mühle“ (2009) im „Alten Heidkrug“ in Kayhude. 120 Besucher finden im großen Saal Platz. „Ein bisschen wie ‚Theater im Zimmer‘“, findet Georg Sellhorn, der das Zepter von Leonore Andrée übernahm.
Die Tangstedterin hatte das Theater 1977 gegründet. Als Leiter und Regisseur führt der 62-Jährige die bunte Truppe seit 1994 an, sucht passende Stücke aus, besetzt die Rollen und organisiert stilechte Requisiten wie Bauernmöbel aus der Zeit um die Jahrhundertwende und steht auf der Bühne. In diesem Jahr mimt er in „Lütte witte Siedenschöh“ von Ingo Sax den Bauern Benno, der seiner Haushälterin Lina die Ehe versprochen hat, aber lieber der jungen Trina, die mit seinem Sohn Fiete verlobt ist, den Hof macht.
„Mit dieser Komödie möchten wir allen Theaterbesuchern einen schönen und lustigen Abend bereiten – auch denen, die des Plattdeutschen nicht mächtig sind“, sagt Georg Sellhorn. Auch Familien mit Kindern seien eingeladen. In dem Stück darf gelacht werden. Vielleicht bekommt der eine oder andere Lust, künftig beim Amateurtheater mitzumachen – „vor allem junge Männer nehmen wir sehr gerne“, verspricht Sellhorn.

Aufführungen vom 9. Oktober bis 1. November, jeweils freitags bis sonntags um 16 bzw. 19.30 Uhr. Karten für zehn Euro (Kinder bis 16 Jahre: frei) u.a. beim Reisebüro Reisetraum
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